Dora Herzberg (1877-1934)
Dora Herzberg (geb. Albrecht) wurde am 5. Juli 1877 in Göttingen geboren. Sie war mit dem Direktor der Landwirtschaftlichen Schule Neuhaldenslebens, Dr. Paul Herzberg, verheiratet. Paul Herzberg war zur Zeit des Kaiserreichs auch Stadtverordneter. Das Ehepaar wohnte unter der Adresse Kolonie 33.
Dora Herzberg kandidierte zur ersten Stadtverordnetenwahl in Neuhaldensleben am 23. Februar 1919 auf der bürgerlichen "Liste Trittel" auf dem aussichtsreichen vierten Listenplatz und zog als eine der ersten drei Frauen in die Stadtverordnetenversammlung ein.
Sie tritt unter den drei weiblichen Stadtverordneten in der Wahlperiode 1919 bis 1924 besonders hervor: Von ihr sind am meisten Wortmeldungen, Anträge und Wahlen in temporäre Ausschüsse überliefert. Sie setzte sich zum Beispiel für die Einrichtung einer Säuglingsfürsorgestelle und einer Mädchenfortbildungsschule ein, sowie für die Erhöhung der Unterstützung von Familien von Kriegsgefangenen und für die Beibehaltung des städtischen Zuschusses für die Volksküche. Sie war unter anderem Mitglied in der Kommission zur Errichtung des Wohlfahrtsausschusses, im Ortsausschuss für Jugendpflege, in der Gesundheitskommission, in einem Ausschuss zur Vorbereitung eines Denkmals für die im Weltkrieg Gefallenen, in einer temporären Kommission für die Erweiterung der Zuständigkeiten des Schularztes sowie in einer Kommission für die Theatergemeinde. Im Mai 1922 schied Dora Herzberg aus unbekannten Gründen aus der Stadtverordnetenversammlung aus.
Dora Herzberg war seit seiner Gründung 1910 die Vorsitzende des Vereins für Fraueninteressen in Neuhaldensleben. Sie war in der bürgerlichen Frauenbewegung der Region vernetzt und hielt Kontakt zur Magdeburgerin Helene Schneidewin sowie zum Allgemeinen Deutschen Frauenverein. In ihrer Korrespondenz als Vereinsvorsitzende forderte sie Unterstützung für den Verein ein und vertrat auch als Stadtverordnete seine Interessen.
Dora Herzberg starb am 16. März 1934 in Neuhaldensleben.
Quellen:
- Kreis- und Stadtarchiv Haldensleben: IV 1684, Stadtverordnetenwahl am 23. Februar 1919; IV 1202 Berichte über die Stadtverordnetenversammlung 1919–1927; IV 2195 Verein für Fraueninteressen 1910–1927; Hausstandskarte/Stadt Neuhaldensleben/Paul Herzberg; Sterbeurkunde Nr. 56/1934
