Verein für Fraueninteressen Neuhaldensleben

Der Verein für Fraueninteressen Neuhaldensleben wurde 1910 als „Ortsgruppe“ des Frauen-Verbands der Provinz Sachsen gegründet, deren erste Vorsitzende die Magdeburgerin Helene Schneidewin war. Er war somit Teil der bürgerlichen Frauenbewegung in der Region. Vorsitzende wurde Dora Herzberg, die bis zu ihrem Tod 1934 im Vorstand des Vereins aktiv blieb. 1919 bis 1924 vertrat Herzberg die Interessen des Vereins auch in der Stadtverordnetenversammlung.
Der Verein übernahm wichtige Aufgaben in der kommunalen Fürsorge, er unterhielt unter anderem einen Kinderhort, für den die Stadt Räume zur Verfügung stellte und Kosten für Elektrizität und Heizung übernahm. Ab 1913 unterstützte die Stadt den Verein mit einem festen jährlichen Betrag. Den Großteil der Unkosten generierte der Verein jedoch selbst durch Spenden und Veranstaltungen.
Der Verein für Fraueninteressen unterhielt auch eine Rechtsschutzstelle, also eine Beratungsstelle für Frauen in rechtlicher Hinsicht, und war damit dem Rechtsschutzverband angeschlossen, der von Margarete Bennewiz in Halle gegründet und geleitet wurde.
Im Verein wurde schon 1911 die Idee für ein Frauenheim „für alte alleinstehende Damen“ aufgeworfen. 1926 beantragte der Verein den Bau eines Frauenheims bei der Stadt, schon im März 1928 konnte es eröffnet werden.
Der Verein für Fraueninteressen schloss sich im Laufe des Jahres 1933 dem Nationalsozialismus an, was Dora Herzberg aus Altersgründen nicht mehr mitgestaltete.

 

Quellen:
- Kreis- und Stadtarchiv Haldensleben: IV 2195 Verein für Fraueninteressen 1910–1927
- Sieglinde Bandoly: Frauenbewegung im 20. Jahrhundert. Verein für Fraueninteressen Neuhaldensleben, gegründet 1910, in: Jahresschrift der Museen des Ohrekreises, Haldensleben/Wolmirstedt, Bd. 12/2005, Seite 95–116

Letzte Änderung: 30.09.2025 -
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