Dora Herzberg (geb. Albrecht) wurde am 5. Juli 1877 in Göttingen geboren. Sie war mit dem Direktor der Landwirtschaftlichen Schule Neuhaldenslebens, Dr. Paul Herzberg, verheiratet. Paul Herzberg war zur Zeit des Kaiserreichs auch Stadtverordneter. Das Ehepaar wohnte unter der Adresse Kolonie 33.
Dora Herzberg kandidierte zur ersten Stadtverordnetenwahl in Neuhaldensleben am 23. Februar 1919 auf der bürgerlichen "Liste Trittel" auf dem aussichtsreichen vierten Listenplatz und zog als eine der ersten drei Frauen in die Stadtverordnetenversammlung ein.
Sie tritt unter den drei weiblichen Stadtverordneten in der Wahlperiode 1919 bis 1924 besonders hervor: Von ihr sind am meisten Wortmeldungen, Anträge und Wahlen in temporäre Ausschüsse überliefert. Sie setzte sich zum Beispiel für die Einrichtung einer Säuglingsfürsorgestelle und einer Mädchenfortbildungsschule ein, sowie für die Erhöhung der Unterstützung von Familien von Kriegsgefangenen und für die Beibehaltung des städtischen Zuschusses für die Volksküche. Sie war unter anderem Mitglied in der Kommission zur Errichtung des Wohlfahrtsausschusses, im Ortsausschuss für Jugendpflege, in der Gesundheitskommission, in einem Ausschuss zur Vorbereitung eines Denkmals für die im Weltkrieg Gefallenen, in einer temporären Kommission für die Erweiterung der Zuständigkeiten des Schularztes sowie in einer Kommission für die Theatergemeinde. Im Mai 1922 schied Dora Herzberg aus unbekannten Gründen aus der Stadtverordnetenversammlung aus.
Dora Herzberg war seit seiner Gründung 1910 die Vorsitzende des Vereins für Fraueninteressen in Neuhaldensleben. Sie war in der bürgerlichen Frauenbewegung der Region vernetzt und hielt Kontakt zur Magdeburgerin Helene Schneidewin sowie zum Allgemeinen Deutschen Frauenverein. In ihrer Korrespondenz als Vereinsvorsitzende forderte sie Unterstützung für den Verein ein und vertrat auch als Stadtverordnete seine Interessen.
Dora Herzberg starb am 16. März 1934 in Neuhaldensleben.
Quellen:
- Kreis- und Stadtarchiv Haldensleben: IV 1684, Stadtverordnetenwahl am 23. Februar 1919; IV 1202 Berichte über die Stadtverordnetenversammlung 1919–1927; IV 2195 Verein für Fraueninteressen 1910–1927; Hausstandskarte/Stadt Neuhaldensleben/Paul Herzberg; Sterbeurkunde Nr. 56/1934
Marie Pflanz (geb. Kneip) wurde am 30. April 1868 geboren, sie war mit dem Druckereibesitzer Ernst Pflanz verheiratet. Die Eheleute Pflanz hatten eine 1899 geborene Tochter und wohnten in der Bülstringerstraße 4.
Marie Pflanz zog bei der Stadtverordnetenwahl am 4. Mai 1924 für die Wirtschaftliche Vereinigung ins Neuhaldenslebener Stadtparlament ein. Sie hatte auf dem siebenten Listenplatz kandidiert und war die einzige Frau, die 1924 durch Direktwahl ein Stadtverordnetenmandat erhielt.
Marie Pflanz war seit der Gründung Vorstandsmitglied im Verein für Fraueninteressen Neuhaldensleben und fungierte als Schriftführerin. Sie war schon vor ihrem Stadtverordnetenmandat 1924 in die städtischen Wohlfahrtsstrukturen eingebunden, so wurde sie 1919 in die Armendeputation gewählt. In der Wahlperiode 1924–1929 wirkte sie im Stadtparlament mit vielen Wortmeldungen in den Bereichen der Schul-, Gesundheits- und Sozialpolitik. Sie wurde in die Deputationen der Mädchenvolksschule und der Höheren Töchterschule, in die Preisprüfungskommission, die Gesundheitskommission und in den Schulausschuss gewählt.
Quellen:
- Kreis- und Stadtarchiv Haldensleben: IV 1299 Berichte über die Stadtverordnetenversammlung 1928-1933; Hausstandkarte/Stadt Neuhaldensleben/Ernst Pflanz/Marie Pflanz
Editta Niemeyer (geb. Frohwein) wurde am 1. Februar 1880 in Braunschweig geboren. Sie war mit dem Major a.D. Franz Niemeyer verheiratet. Das Ehepaar hatte zwei Söhne und wohnte in der Bornsche Straße 32.
Editta Niemeyer zog am 17. November 1929 für die Liste "Ordnung und Sparsamkeit“ in die Stadtverordnetenversammlung Neuhaldensleben ein. Sie hatte auf dem aussichtsreichen vierten Listenplatz kandidiert. Editta Niemeyer war im rechtsnationalistischen Bund Königin Luise aktiv. Als Stadtverordnete wurde sie in den Schulausschuss für das Gymnasium, den Bibliotheksausschuss, die Krankenhauskommission, die Park- und Anlagenkommission und die Kommission für Schulfeierlichkeiten gewählt. Sie trat wenige Male als Berichterstatterin für Schulsachen in Erscheinung. Im Januar 1931 legte Editta Niemeyer ihr Mandat wegen Wegzug nieder.
Quellen:
- Kreis- und Stadtarchiv Haldensleben: IV 1207 Stadtverordnetenwahlen 17. November 1929; IV 1299 Berichte über die Stadtverordnetenversammlung 1928-1933; Hausstandkarte/Stadt Neuhaldensleben/Franz Niemeyer
Elise Heinrich (geb. Zabel) wurde am 19. Januar 1884 in Neuhaldensleben geboren. Sie war mit dem Braumeister und Brauerei-Erben Theodor Heinrich verheiratet, der 1910 verstarb. Das Paar hatte einen Sohn. Elise Heinrich wohnte am Burgwall 2.
Elise Heinrich rückte 1931 in die Stadtverordnetenversammlung nach. Sie hatte zuvor auf dem 14. Platz für die Liste "Ordnung und Sparsamkeit“ kandidiert. Hier wurde sie als "Landwirtin" geführt. Über ihr kommunalpolitisches Wirken ist nichts Weiteres bekannt.
Quellen:
- Kreis- und Stadtarchiv Haldensleben: IV 1207 Stadtverordnetenwahlen 17. November 1929; Hausstandkarte/ Stadt Neuhaldensleben/Theodor Heinrich/Elise Heinrich
