Rose Meyer (geb. 1862)

Rose MeyerRosa (Rose) Agnes Clara Meyer wurde am 3. Februar 1882 in Magdeburg geboren. Sie stammte aus gutbürgerlichem Industriellenhaushalt. Ihr Vater war Gründer eines Zuckergroßhandels. Rose Meyer blieb unverheiratet und lebte durch ihre Herkunft gut situiert in der Karlstraße 7.

Rose Meyer war eine Weggefährtin von Helene Schneidewin in der bürgerlichen Frauenbewegung Magdeburgs. Ab 1900 gehörte sie der Magdeburger Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins an. 1904 übernahm sie die Leitung des Allgemeinen Frauenvereins Magdeburg mit Rechtsschutzstelle und Auskunftstelle für Frauenberufe. Im Namen dieses Vereins petitionierte sie bei der Stadt für die Möglichkeit, Frauen in kommunalpolitische Gremien zu wählen. Sie engagierte sich außerdem im Verein Jugendschutz und in der Alkoholabstinenzbewegung sowie in weiteren Vereinen und Wohltätigkeitsorganisationen. Während des Ersten Weltkriegs wirkte sie im Vorstand des Nationalen Frauendienstes in Magdeburg.

Ab 1918 engagierte sie sich in der nationalliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und kandidierte auf dem 30. Listenplatz zur ersten Magdeburger Stadtverordnetenwahl der Weimarer Republik. Sie erhielt nicht direkt ein Mandat, wurde jedoch "als ortsansässige Frau" in die Armendirektion gewählt. Im Oktober 1920 rückte sie als Stadtverordnete nach. Sie war in zahlreichen Fachbereichen tätig, so wurde sie in den Eingaben-Ausschuss, Wahlausschuss, in den Ausschuss für die Müllbeseitigung, in den Lebensmittel-Ausschuss, Kleinwohnungs-Ausschuss, Verwaltungs-Ausschuss für das Museum für Natur und Heimatkunde und in den Ausschuss des Kriegsfonds gewählt. Sie trat gelegentlich als Berichterstatterin auf.

Nach Ende der Wahlperiode kandidierte Rose Meyer 1924 und 1929 erneut, sie stand jedoch bei allen folgenden Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung auf nicht sehr aussichtsreichen Listenplätzen und erhielt kein Mandat mehr. Auch 1933 kandidierte sie erfolglos, nun für die Deutsche Staatspartei, die keinen einzigen Sitz im Stadtparlament erhielt. Rose Meyer blieb während des Nationalsozialismus in dem Vereinsumfeld tätig, das im Rahmen des NS-Regimes geduldet wurde. Zu ihrem 80. Geburtstag 1942 wurde ihr Engagement in der "Süßmosterei des deutschen Frauenbundes für alkoholfreie Kultur" hervorgehoben.

Sterbedatum und Sterbeort von Rose Meyer sind nicht bekannt.

 

Quellen:
- Eva Labouvie (Hg.): Frauen in Sachsen-Anhalt 2. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom 19. Jahrhundert bis 1945, Köln 2019, S. 320-321
- Stadtarchiv Magdeburg: Rep. 18/4 Bü 316 Verzeichnis der Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung; Rep. 18/4 Bü 65-67 Protokollbücher der Stadtverordnetenversammlung 1920-1924

Letzte Änderung: 24.09.2025 -
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