Elsbeth Schambach (1873-1958)

Elsbeth Schambach wurde am 19. November 1873 in Mühlhausen (Thüringen) geboren. Sie stammte aus gutbürgerlichem Hause und erhielt eine Ausbildung in der Malerei. Elsbeth Schambach blieb unverheiratet und widmete ihr Leben dem ehrenamtlichen Engagement. Sie wohnte zusammen mit ihrer verwitweten Mutter unter der Adresse Breiteweg 38.

Mit Kriegsbeginn 1914 gab Elsbeth Schambach die Kunst vollständig auf, um sich ehrenamtlich in der zivilen Kriegshilfe zu engagieren. Durch ihre Tätigkeit als Leiterin einer kommunalen Sammelstelle wurde sie 1915 in den Mobilmachungsausschuss der Stadt Halberstadt gewählt. 1916 wurde sie in den Vorstand des Vaterländischen Frauenvereins (Ortsgruppe Halberstadt) aufgenommen, der maßgeblich die Kriegshilfsdienste von Frauen organisierte. Sie engagierte sich außerdem für die Halberstädter Walderholungsstätte, die 1907 eröffnet worden war und seitdem vom Vaterländischen Frauenverein betrieben wurde.

Zur ersten Stadtverordnetenwahl in Halberstadt 1919 wurde Elsbeth Schambach als einzige Frau auf einem aussichtsreichen Listenplatz des "Bürgerrats" nominiert (Platz 10) und zog sofort ins Stadtparlament ein. Sie gehörte keiner Partei an, sondern war die gemeinsame weibliche Kandidatin der bürgerlichen Parteien DNVP, DVP, Zentrum und DDP. Elsbeth Schambach kandidierte bei allen weiteren Stadtverordnetenwahlen erfolgreich für die überparteiliche Liste, die ab 1924 "Bürgerblock" hieß; zunächst wieder auf Platz 10, 1925 und 1929 auf Platz 7. Sie wurde jedes Mal wiedergewählt. Damit war sie neben der Sozialdemokratin Minna Bollmann eine von zwei weiblichen Stadtverordneten in Halberstadt, die durchgängig von 1919 bis 1933 im Stadtparlament vertreten waren. Sie war im Bereich Wohlfahrt und Schule tätig und berichterstattete aus diesen Fachbereichen regelmäßig. Sie gehörte auch dem Wohnungsausschuss und dem Grundstücksausschuss an. Elsbeth Schambach war neben ihrer Tätigkeit als Stadtverordnete über den Frauenverband der Provinz Sachsen mit der bürgerlichen Frauenbewegung vernetzt und nahm an überregionalen Tagungen teil.

Zur Wahl am 12. März 1933 trat Elsbeth Schambach nicht mehr an. Während der Zeit des Nationalsozialismus lebte sie vermutlich zurückgezogen. Sie starb am 8. Juni 1958 in Halberstadt.

 

Quellen:
- Stadtarchiv Halberstadt: NL S11 Nachlass Elsbeth Schambach; A103 Frauenpersönlichkeiten in Halberstadt; Sterberegister Nr. 374/1958; Mag 2.20.628 Protokollbuch der Stadtverordnetenversammlung über öffentliche Sitzungen; Mag. 2.3.008 Tagesordnung der Stadtverordnetensitzungen 1901-1922
- Halberstädter Tageblatt

Letzte Änderung: 29.09.2025 -
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