Marie Ahlers (1898-1968)

Marie Emma Therese Lina Ahlers (geb. Albrecht) wurde am 4. April 1898 in Siersleben (Kreis Mansfeld) geboren. Sie heiratete 1917 den Sozialdemokraten Hermann Ahlers und bekam 1918 eine Tochter. Sie wohnte unter der Adresse Vordere Siebenhitze 41.
Marie Ahlers war durch ihre Herkunft aus einer Arbeiterfamilie geprägt. 1920 trat sie der Kommunistischen Partei (KPD) bei. Sie war in der Partei sehr aktiv, unter anderem als Mitglied der Bezirksfrauenleitung Halle/Merseburg, des Frauensekretariats der KPD und in der Reichsleitung des Roten Frauen- und Mädchenbundes. 1926 wurde sie zur Beisitzerin im städtischen Mieteinigungsamt gewählt. Sie absolvierte zusammen mit Frieda Koenen aus Merseburg als die einzigen beiden Frauen die erste Parteischule des KPD-Bezirks Halle-Merseburg im Jahr 1928.
1929 kandidierte sie das erste Mal für die Eislebener Stadtverordnetenversammlung und war auf dem dritten Platz der kommunistischen Liste überaus gut platziert. Sie zog als einzige Frau bei dieser Wahl ins Stadtparlament ein und wurde Mitglied der Gesundheitskommission. 1930, 1932 und 1933 wurde Marie Ahlers außerdem für den Wahlkreis Merseburg in den Reichstag gewählt. Ihr Stadtverordnetenmandat in Eisleben legte sie im Laufe des Jahres 1932 nieder.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 verließ Ahlers die Region und tauchte zeitweise unter, um der politischen Verfolgung zu entgehen. 1945 heiratete sie erneut und hieß seitdem Marie Taubenheim. Sie war in Berlin wieder politisch aktiv, unter anderem im Zentralvorstand der IG Land- und Forstwirtschaft. Sie starb am 17. August 1968 in Ost-Berlin.
Quellen:
- Stadtarchiv Eisleben: D IV 30 Stadtverordnetenwahl am 17.11.1929; CIII 147 Protokollbuch der Stadtverordnetenversammlung 1932-1933; C III 144 Niederschriften d. Stadtverordnetenversammlung 1925-1930
- Bundesarchiv: DY 30/90847 Marie Taubenheim
- Elke Stolze: Die weiblichen Herren Abgeordneten. Politikerinnen der Region Sachsen-Anhalt 1918–1945, Halle/Saale 2007
