Anna Ebert (1889-1947)
Anna Ebert (geb. Thurau) wurde am 31. August 1889 in Derben (Jerichower Land) geboren. 1909 heiratete sie in Magdeburg den Arbeiter Wilhelm Paul Ebert. Sie hatte mindestens vier Kinder. Anfang der 1930er Jahre wohnte sie in der Jakobstraße 40.
Anna Ebert war eine bekannte Lokalpolitikerin der Kommunistischen Partei (KPD). Sie war Gauleiterin des Roten Frauen- und Mädchenbundes und Delegierte des Bezirks Magdeburg auf dem Reichsparteitag der KPD im Jahr 1929. Im November 1929 wurde sie erstmalig ins Magdeburger Stadtparlament gewählt. Sie hatte auf dem aussichtsreichen dritten Platz der kommunistischen Liste kandidiert. Die KPD-Fraktion trat in dieser Wahlperiode als hartnäckige Streiterin für die Interessen der Arbeiter:innen und Erwerbslosen ein. Anna Ebert trat in diesem Zuge als energische Rednerin auf und erhielt nach Zwischenrufen Ermahnungen und Verweise vom Sitzungsleiter. Sie arbeitete unter anderem in der Gesundheitskommission und im Verwaltungsausschuss der Krankenhäuser mit.
Am 12. März 1933 kandidierte sie erneut auf dem dritten Listenplatz der KPD und wurde offiziell gewählt. Sie nahm das Mandat jedoch nicht an, das sie aufgrund der einsetzenden nationalsozialistischen Verfolgung ohnehin nie hätte antreten können. Noch im März 1933 wurde sie verhaftet und für mehrere Monate im Frauengefängnis Barnimstraße in Berlin inhaftiert. 1939 folgte die Inhaftierung im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Nach Kriegsende 1945 half sie beim Aufbau der sozialfürsorgerischen Verwaltung in Magdeburg unter der Sowjetischen Militärregierung. Sie starb am 17. März 1947 in Magdeburg. 1948 wurde ihr zu Ehren die Lange Brücke in Magdeburg in Anna-Ebert-Brücke umbenannt.
Quellen:
- Stadtarchiv Magdeburg: Rep. 18/4 Bü 73-75 Protokollbücher der Stadtverordnetenversammlung 1930-1933
- Landesarchiv Berlin: A Rep. 365 Nr. 59 (Frauengefängnis Barnimstraße)
- Eva Labouvie (Hg.): Frauen in Sachsen-Anhalt 2. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom 19. Jahrhundert bis 1945, Köln 2019, S. 138-141
- Magdeburger Biographisches Lexikon, URL: https://mbl.ub.ovgu.de/Biografien/0250.htm
