Elisabeth Kahmann (1903-1984)
Elisabeth Helene Kahmann (geb. Lüttge) wurde am 15. August 1903 in Halberstadt geboren. Sie absolvierte die Handelsschule. 1919 trat sie in die Sozialistische Arbeiterjugend ein. Dort lernte sie den Schlosser Franz Kahmann kennen, den sie 1925 heiratete. Das Paar bekam drei Kinder.
Ab 1925 war Elisabeth Kahmann in der Kommunistischen Partei (KPD) aktiv und leitete die Frauengruppe der Partei in Halberstadt. Im Dezember 1932 rückte sie für die KPD in die Stadtverordnetenversammlung nach. Sie nahm nur an zwei Stadtverordnetensitzungen teil, ehe im März 1933 erneut gewählt wurde. 1933 kandidierte sie sowohl für die Stadtverordnetenversammlung als auch für den Reichstag. Da sie in Halberstadt auf dem aussichtsreichen dritten Listenplatz stand, erhielt sie offiziell wieder ein Mandat. Auch ihr Ehemann hatte bei der Kommunalwahl kandidiert, auf Listenplatz 5. Die kommunistischen Stadtverordneten wurden jedoch noch im März 1933 ausgeschlossen.
Elisabeth und Franz Kahmann wurden von den Nationalsozialisten politisch verfolgt. Elisabeth Kahmann wurde im März 1933 in sogenannte Schutzhaft genommen und für über ein Jahr im Konzentrationslager Mohringen inhaftiert. Ihr Ehemann erhielt 1934 eine Verurteilung für drei Jahre Zuchthaus. Bei der sogenannten Aktion Gewitter im August 1944 wurde Elisabeth Kahmann erneut für zwei Wochen in Haft genommen.
Nach 1945 half sie nach eigener Auskunft mit, die KPD in Halberstadt wieder aufzubauen. Sie wurde SED-Mitglied und als Sozialreferentin beim Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) angestellt. Später ging das Paar nach Wernigerode, wo beide 1984 verstarben.
Quellen:
- Stadtarchiv Halberstadt: Personenauskunft; Geburtsregister Nr. 793/1903; Heiratsregister Nr. 82/1925; Akte Rat der Stadt 0438
- Halberstädter Tageblatt
