Franziska Hündorf (1866-1931)
Franziska Leopoldine Emilie Hündorf (geb. Pesch) wurde am 3. November 1866 in Berlin geboren. Sie heiratete 1889 den Rechtsanwalt und späteren Justizrat Emil Hündorf. Das Paar blieb kinderlos. 1906 zogen sie nach Halle, wo sie seit 1912 in der Großen Steinstraße 16 wohnten. Franziska Hündorf entfaltete hier ein weitreichendes Engagement in der bürgerlichen Frauenbewegung. Sie war Mitglied im Vaterländischen Frauenverein, im Deutsch-Evangelischen Frauenbund, im Hallischen Frauenbildungsverein, im Hallischen Hausfrauenbund und im Verband Hallischer Frauenvereine. In mehreren dieser Vereine war sie Vorstandsmitglied, dem Hallischen Hausfrauenbund stand sie ab 1909 als erste Vorsitzende vor und prägte diesen bis zu ihrem Tod.
Franziska Hündorf kandidierte zur ersten Stadtverordnetenwahl am 2. März 1919 auf dem fünften Listenplatz für die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) und erhielt ein Stadtverordnetenmandat. In der ersten Sitzung des Stadtparlaments wurde sie zur Schriftführerin gewählt. Die Stadtverordnetenwahl wurde jedoch für ungültig erklärt und musste wiederholt werden, wobei Franziska Hündorf nicht mehr antrat. Sie war jedoch schon vor 1918/19 und auch nach ihrer kurzen Zeit als gewählte Stadtverordnete in kommunalen Gremien der Stadt Halle tätig. So gehörte sie über viele Jahre unter anderem dem Schulausschuss des höheren Mädchenschulwesens und der Armendirektion, dem späteren Fürsorgeamt, an.
Franziska Hündorf starb am 1. April 1931 in Halle, wo sie unter großer Anteilnahme der städtischen Öffentlichkeit auf dem Stadtgottesacker beerdigt wurde.
Quelle:
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 19-23