Gustava Frantz (1859-1946)

Gustava Frantz wurde am 10. Januar 1859 in Worbis (Landkreis Eichsfeld, Thüringen) geboren. Sie war die Tochter eines Landrats und seiner Ehefrau. 1893 gründete sie mit ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern eine höhere Mädchenschule in Wernigerode. Gustava Frantz blieb unverheiratet.

Eine ihrer Schwestern war Marie Netz, geb. Frantz (1861-1956), die Gründerin des völkisch-rechtsradikalen Frauenbunds Königin Luise. Diese hatte Wernigerode 1909 verlassen, während ihre Schwestern die Schule fortführten. 1919 war Gustava Frantz die Direktorin der Schule. Sie wohnte in der Friedrichstraße 144. Im selben Haus war auch die Privatschule untergebracht.

Gustava Frantz kandidierte 1919 zur ersten Stadtverordnetenwahl auf dem Listenplatz 29 der politisch breit aufgestellten Liste Niewerth. Sie zog neben der Sozialdemokratin Pauline Wilke als eine der zwei ersten Frauen ins Stadtparlament Wernigerode ein. Aufgrund ihres persönlichen Hintergrunds wird sie dem bürgerlichen Spektrum zugeordnet. Als Stadtverordnete war Gustava Frantz in der Rechnungsprüfungskommission, Gesundheitskommission, Hilfsbedürftigen-Kommission und im Ortsausschuss für Jugendpflege tätig. Nach Ablauf der Wahlperiode 1924 schied Gustava Frantz aus der Stadtverordnetenversammlung aus und kandidierte nicht erneut. Sie leitete die Höhere Mädchenschule vermutlich noch bis 1933. Gustava Frantz starb am 10. Juni 1946 in Wernigerode.

 

Quellen:
- Stadtarchiv Wernigerode: Sterbeurkunde Standesamt Nr. 612/1946; Georg v. Gynz-Rekowski: Schulchronik Wernigerode; Personenauskunft u.a. zu Adressbucheinträgen
- Eva Schöck-Quinteros: Der Bund Königin Luise, in: dies. (Hg.): "Ihrem Volk verantwortlich". Frauen der politischen Rechten (1890-1933); Organisationen - Agitationen – Ideologien, Berlin 2007, S. 231–270, zu Marie Netz siehe S. 242

Letzte Änderung: 12.10.2025 -
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