Verein für Fraueninteressen Schönebeck

Der Verein für Fraueninteressen Schönebeck gründete sich 1910 als Ortsgruppe des Frauenverbandes der Provinz Sachsen. Als Vorsitzende prägte Antonie zur Linde (geboren als Friederike Johanne Antonie Kühne am 13. September 1871 in Schraplau) den Verein. Sie war über den Frauenverband mit Helene Schneidewin und anderen Frauenrechtlerinnen der Region vernetzt. Zur Linde war mit dem Polizei-Kommissar Heinrich August Erdmann zur Linde verheiratet. Sie lebte in der Friedrichstraße 72, was somit auch der Vereinssitz war.

Der Verein widmete sich nach seiner Gründung zunächst der theoretischen Schulung von Frauen in Sozialer Arbeit. Bald setzte der Verein seinen Schwerpunkt auf die praktische Jugendpflegearbeit, unterhielt Mädchengruppen und gründete eine Rechtsschutzstelle für Frauen. Der Verein und Antonie zur Linde verstanden sich als Teil der Frauenbewegung und verfolgten auch das Ziel, dass Frauen kommunale Ämter übernehmen konnten. 1913 schrieb Antonie zur Linde, der Verein habe "zurzeit noch nicht hundert" Mitglieder.

Antonie zur Linde kandidierte 1919 auf der bürgerlichen „Liste Jährling“ für ein Stadtverordnetenmandat. Sie wurde jedoch nicht gewählt, da sie auf dem aussichtslosen 20. Listenplatz gestanden hatte. Über ihr Wirken und Leben nach 1920 ist nichts weiter bekannt. Antonie zur Linde starb am 25. August 1943 in Halberstadt.

 

Quellen:

- Stadtarchiv Schönebeck: NZB 0118 Der Verein für Fraueninteressen; Heiratsregister Nr. 126/1898
- Stadtarchiv Halberstadt: Sterberegister Nr. 803/1943

Letzte Änderung: 25.09.2025 -
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