Minna Otto (geb. 1879)

Minna Otto (geb. Sommermeyer) wurde am 18. Juni 1879 in Erxleben geboren. Sie war mit Karl Otto verheiratet, der 1920 verstarb. Das Paar hatte fünf Kinder. 1924 wohnte Minna Otto unter der Adresse Jungfernstieg 47.
Die Sozialdemokratin Minna Otto rückte 1928 ins Stadtparlament nach. Bei der Wahl am 17. November 1929 stand sie auf dem aussichtsreichen 5. Listenplatz der Sozialdemokratischen Partei und wurde direkt gewählt. Als Stadtverordnete wurde sie in die Gesundheitskommission, Theaterkommission, den Fürsorgeausschuss, die Krankenhauskommission, den Ortsausschuss für Jugendpflege, den Ausschuss für Straßenreinigung und Müllabfuhr, die Kommission für Schulfeierlichkeiten und den Geschäftsordnungsausschuss gewählt. Ab 1932 war sie auch im Kassenrevisionsausschuss und den Preissenkungsausschuss tätig.
Im SPD-Parteibezirk Magdeburg-Anhalt muss Minna Otto hohes Ansehen genossen haben, da sie 1929 als Delegierte zum republikweiten Sozialdemokratischen Parteitag entsendet wurde. In Neuhaldensleben war sie für die Arbeiterwohlfahrt engagiert. Sie berichterstattete in der Stadtverordnetenversammlung mehrmals über die Tätigkeiten der AWO, die in Neuhaldensleben eine Wöchnerinnenfürsorge und eine Nähstube unterhielt, Unterhaltungsabende und Kinderspeisungen durchführte sowie Beihilfen an Bedürftige auszahlte.
Auch am 12. März 1933 wurde Minna Otto als bestplatzierte Frau auf der SPD-Liste wiedergewählt (4. Listenplatz). Aufgrund der nationalsozialistischen Machtübernahme und unter dem Eindruck starker Repressionen legten alle sozialdemokratischen Stadtverordneten in Neuhaldensleben Ende Mai 1933 ihre Mandate nieder.

 

Quellen:

- Kreis- und Stadtarchiv Haldensleben: IV 1207 Stadtverordnetenwahlen 17. November 1929; IV 3234 Stadtverordnetenwahlen am 12.3.1933; IV 1299 Berichte über die Stadtverordnetenversammlung 1928-1933; Hausstandkarte/Stadt Neuhaldensleben/Karl Otto/Minna Otto

Letzte Änderung: 04.07.2025 -
Ansprechpartner: Webmaster