Rosa Volkmann (geb. 1897)

Auguste Berta Rosa Volkmann (geb. Heide) wurde am 28. August 1897 in Berlin-Schöneberg geboren. Dort heiratete sie 1918 den Schlosser Johannes, genannt Hans Volkmann. Rosa Volkmann war zu diesem Zeitpunkt Kontoristin (kaufmännische Angestellte). Das Paar bekam mindestens ein Kind. Vermutlich in den frühen 1920er Jahren zogen Rosa und Hans Volkmann nach Merseburg, wo sie unter der Adresse Breitestraße 5 wohnten und sich beide für die Kommunistische Partei (KPD) engagierten. Hans Volkmann arbeitete in den Chemiewerken Leuna, wo er dem Betriebsrat angehörte. Er war von 1930 bis 1932 für die KPD Mitglied des Reichstags und des Provinziallandtages Sachsen.

Rosa Volkmann kandidierte erstmalig am 17. November 1929 für die Stadtverordnetenversammlung in Merseburg. Sie stand auf dem zweiten Listenplatz und zog zusammen mit Marie Krappmann für die KPD ins Stadtparlament ein. Als gewählte Stadtverordnete war sie als stellvertretende Vorsitzende der Wahlkommission und in den Schulausschüssen des Lyzeums, der Mittel- und der Volksschule tätig. Sie wurde außerdem in die Wohlfahrtsdeputation und in den Beirat des Jugendamts gewählt. Zusammen mit ihren Fraktionskolleg:innen setzte sie sich für die Erwerbslosen und Armen der Stadtgesellschaft ein. Sie trug hierfür mehrere Anträge ihrer Fraktion vor, in der sie offenbar hohes Ansehen genoss; so wurde sie für die Wahl zur unbesoldeten Stadträtin vorgeschlagen, erhielt aber nicht genug Stimmen, da die KPD über keine Mehrheit im Stadtparlament verfügte. Seit dem Bezirksparteitag der KPD im April 1930 war Rosa Volkmann außerdem Mitglied der Bezirksleitung des KPD-Parteibezirks Halle-Merseburg.

Zur Wahl am 12. März 1933 kandidierte Rosa Volkmann wieder für das Stadtparlament, erhielt jedoch kein Mandat. Als Gegner:innen der Nationalsozialisten war das Ehepaar Volkmann von politischer Verfolgung betroffen; Hans Volkmann wurde 1933 in sogenannte "Schutzhaft" genommen und erst 1934 daraus entlassen. 1937 wurde er erneut inhaftiert. Von Rosa Volkmann ist keine Inhaftierung bekannt. Das Paar lebte 1940 in Magdeburg, als ihr 1918 geborener Sohn nach einer Verwundung als Soldat der Wehrmacht starb. Von Hans Volkmann ist bekannt, dass er nach Kriegsende nach Thüringen zog und hauptamtlich für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes arbeitete. Er starb 1957 in Erfurt. Rosa Volkmanns Sterbedaten konnten nicht ermittelt werden. 

 

Quellen:
- Landesarchiv Berlin: Geburtenregister der Berliner Standesämter 1874–1911, Nr. 1640/1897; Sterberegister der Berliner Standesämter 1874-1985, C Nr. 2370/1940; Heiratsregister der Berliner Standesämter 1874–1936, Nr. 295/1918
- Stadtarchiv Merseburg: K 1264 bis K 1287 (Niederschriften der Stadtverordnetenversammlung von Merseburg 1929 bis 1932)
- Leidigkeit, Karl-Heinz; Hermann, Jürgen: Auf leninistischem Kurs. Geschichte der KPD-Bezirksorganisation Halle-Merseburg bis 1933 (hg. v. d. Bezirksleitung Halle der SED), Halle (Saale) 1979, S. 339
- Biografie Hans Volkmann: https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/kataloge-datenbanken/biographische-datenbanken/johannes-hans-volkmann?ID=5345 

Letzte Änderung: 25.08.2025 -
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