Magda Hoppstock (1881-1959)
Juliane Pauline Magdalene Hoppstock (geb. Huth) wurde am 9. März 1881 in eine Hamburger Kaufmannsfamilie hineingeboren. Sie erfuhr eine gutbürgerliche Ausbildung unter anderem in England und Frankreich und arbeitete als Lehrerin. Den Beruf musste sie nach der Heirat mit dem Amtsgerichtsrat Rudolf Hoppstock 1909 aufgeben. Das Paar bekam zwei Kinder. 1919 wohnten sie in der Seffnerstraße 2 in Merseburg.
Merseburg war für die Politikerin und Pazifistin Magda Hoppstock-Huth nur eine Durchgangsstation. Sie kandidierte dort 1919 für die erste Stadtverordnetenwahl für die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD) auf dem dritten Listenplatz und zog direkt ins Merseburger Stadtparlament ein. Darin war sie in der Krankenhaus-Deputation, im Schulausschuss des Lyzeums und in der Haushaltskommission tätig. Schon im Juli 1919 legte sie ihr Mandat wegen Wegzug nieder.
1920 kehrte Magda Hoppstock-Huth nach Hamburg zurück. Sie gründete die dortige Ortsgruppe der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) mit und stand dieser jahrelang vor. Sie engagierte sich in der Friedensbewegung und gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. 1930 ließ sich das Ehepaar Hoppstock einvernehmlich scheiden. 1934 floh Magda Hoppstock-Huth vor der nationalsozialistischen Verfolgung ins Ausland, kehrte 1939 jedoch aus familiären Gründen zurück und arbeitete im Widerstand. Sie wurde 1944 verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt. Das Kriegsende bewahrte sie vor der Todesstrafe.
Nach 1945 engagierte sie sich erneut für die Frauen-Friedensorganisation IFFF und gründete den Hamburger Frauenring mit. Außerdem vertrat sie 1946 bis 1949 die SPD in der Hamburgischen Bürgerschaft. Magda Hoppstock-Huth starb am 24. April 1959 in Hamburg.
Quellen:
- Stadtarchiv Merseburg: K 1259 Niederschriften der Stadtverordnetenversammlung 1919-1920; V (Bb) 42 Stadtverordnetenwahl 1919
- Staatsarchiv Hamburg: Standesämter, Personenstandsregister 332/5/3129, Heiratsurkunde Nr. 757
- Rita Bake: Hoppstock-Huth, Magda, in: Hamburgische Biografie, Band 2, Hamburg 2003, S. 197-198
