Lilli Haacke (1884-1962)

Lilli Helena Frieda Haacke (geb. Marfurt) wurde am 6. Dezember 1884 in Meiringen (Schweiz) geboren. 1905 heiratete sie in Leipzig den Juristen Rudolf Haacke. Das Paar bekam zwei Kinder. Ihr Ehemann wurde 1907 zum besoldeten Stadtrat in Merseburg gewählt und 1910 zum Bürgermeister. Er starb 1915 als Hauptmann und Kompanieführer im Ersten Weltkrieg.
Lilli Haacke leitete ab März 1919 die von der Stadt Merseburg betriebene Volksküche. Zur ersten Stadtverordnetenwahl am 2. März 1919 kandidierte sie für die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) auf Listenplatz 9. Zu diesem Zeitpunkt wohnte sie in der Domstraße 15. Sie erhielt nicht direkt ein Mandat, rückte jedoch im November 1919 in die Stadtverordnetenversammlung nach.
Als gewählte Stadtverordnete berichterstattete sie wenige Male in der Stadtverordnetenversammlung, zum Beispiel über einen höheren städtischen Zuschuss für das Altersheim und betreffs einer Ordnung zur Erhebung einer Hausangestelltensteuer. Im Juni 1921 legte sie ihr Mandat aus gesundheitlichen Gründen nieder. Sie war später offenbar erneut in städtischen Gremien tätig, so wurde sie 1930 'als Bürgerin' in das Kuratorium der Kleinkinderbewahranstalten und in die Wohlfahrtsdeputation gewählt. Für ein Stadtverordnetenmandat kandidierte sie jedoch nicht mehr.
Lilli Haacke starb am 24. Mai 1962 in Merseburg.

 

Quellen:
- Stadtarchiv Merseburg: Personenauskunft; Sterberegister Nr. 337/1962; Rep. XXX (A) 2; V (Bb) 42 Stadtverordnetenwahl 1919; K 1259 Niederschriften der Stadtverordnetenversammlung 1919-1920

Letzte Änderung: 29.09.2025 -
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