Martha Hartmann (geb. 1890)
Ernestine Martha Hartmann (geb. Wolf) wurde am 3. November 1890 in Wolmirstedt geboren. Sie war "Arbeiterin" und heiratete 1919 den Fleischer Erich Franz August Hartmann. Für Martha Hartmann war dies die zweite Ehe, von ihrer ersten war sie geschieden. Mit Erich Hartmann lebte sie in der Helmstedter Straße 24. Es ist nicht bekannt, dass das Paar Kinder hatte.
Martha Hartmann kandidierte bei der Stadtverordnetenwahl am 4. Mai 1924 für die Kommunistische Partei (KPD). Sie war die einzige Frau auf der kommunistischen Liste (Platz 4) und zog ins Stadtparlament ein. Sie wurde in den Hauptausschuss des Wohlfahrtsamts und in den Schulausschuss gewählt. Im Dezember 1924 musste Martha Hartmann eine Haftstrafe antreten. Sie war 1923 wegen "Anstiftung zum Aufruhr" zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Vermutlich hatte sie sich an den Arbeiteraufständen beteiligt, die 1923 mit dem Ziel eines bewaffneten Umsturzes von Kommunist:innen initiiert worden waren. Es wurde ihr vorgeworfen, aufrührerische Flugblätter unter Reichswehrangehörigen verteilt zu haben. Die KPD-Fraktion im Magdeburger Stadtparlament legte gegen den Strafvollzug für die Parlamentarierin heftigen Widerspruch ein. Sie bewegte den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung dazu, eine Stellungnahme des Stadtparlaments an den preußischen Justizminister zu versenden, um ihre Freilassung zu erwirken. Dies wurde vom preußischen Justizministerium jedoch zurückgewiesen, Martha Hartmann musste ihre Haftstrafe absitzen. Ab März 1925 nahm sie wieder an den Stadtverordnetenversammlungen teil. Im Februar 1926 legte Martha Hartmann ihr Stadtverordnetenmandat nieder und vermerkte, dass sie aus der Kommunistischen Partei „ausgeschieden“ sei. Über die Umstände, die zum Verlassen der Partei führten, und über Martha Hartmanns weiteren Lebensweg ist nichts bekannt.
Quellen:
- Stadtarchiv Magdeburg: Heiratsurkunde Nr. 584/1919; Rep. 18/4 I 9 Wahl der Stadtverordneten und deren Angelegenheiten 1916-1926
