Elisabeth Rackow (1872-1960)

Auguste Charlotte Elisabeth Rackow (geb. Antusch) wurde am 28. Dezember 1872 in Burg bei Magdeburg geboren. Sie war seit 1900 mit dem Kaufmann Rudolf Karl Paul Rackow verheiratet, der 1947 verstarb. Das Ehepaar lebte 1929 unter der Adresse Breiter Weg 24.
Elisabeth Rackow war eine Akteurin der bürgerlichen Frauenbewegung Magdeburgs mit dezidiert konservativer Ausrichtung. Sie war seit 1919 Schriftführerin und seit 1931 die Vorsitzende des Verbandes Magdeburger Hausfrauen sowie des Landesverbands Sachsen des Reichsverbands Deutscher Hausfrauenvereine. Sie gründete die Magdeburger Hausfrauenzeitung und war deren Herausgeberin. Auf ihre Initiative ging die Gründung eines „Heims“ des Hausfrauenverbands in der Dreiengelstraße hervor, das als „Erholungs- und Bildungsstätte“ galt und wo junge Frauen hauswirtschaftlich ausgebildet wurden.
Elisabeth Rackow war Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP) und 1924 bis 1933 Stadtverordnete in der „Rechtsfraktion“. Sie kandidierte erfolgreich für die konservativ-bürgerliche „Einheitsliste“ zuerst auf dem 9. Platz (1924) und dann auf dem hoch positionierten 4. Platz (1929). In der Stadtverordnetenversammlung war sie unter anderem im Eingaben- und Wahlausschuss sowie im Hauptausschuss des Wohlfahrtsamtes tätig. Sie berichterstattete außerdem wenige Male aus dem Haushaltsausschuss, dem sie auch angehörte.
Im nationalsozialistischen Regime blieb Elisabeth Rackow ihrem Engagement im Verband Magdeburger Hausfrauen treu, der 1935 in Folge der Gleichschaltung aller zivilen Organisationen zur Ortsgruppe Magdeburg der Reichsgemeinschaft Deutscher Hausfrauen e.V. umbenannt wurde. Der weitere Lebensweg von Elisabeth Rackow ist bisher nicht bekannt. Sie starb am 16. Dezember 1960 in Berlin.
Quellen:
- Adressbuch der Stadt Magdeburg 1929
- Landesarchiv Berlin: Sterberegister der Berliner Standesämter 1874-1985, Nr. 3032/1960
- Stadtarchiv Magdeburg: Verzeichnis der Stadtverordneten (Rep. 18/4 Bü 316); Wahl der Stadtverordneten und deren Angelegenheiten 1927-1933 (Rep. 18/4 I 10); Protokolle der Stadtverordnetenversammlung (Rep. 18/4 Bü 67-74); Sterbebuch Altstadt Nr. 758/1947
