Hedwig Kathe (1874-1934)

Hedwig KatheMarie Luise Hedwig Kathe (geb. Vollmer) wurde 1874 geboren. Sie heiratete Fritz Kathe, den Erben einer großen Drogeriehandlung. Das Paar bekam zwei Kinder. Nach dem Tod ihres Ehemannes im Jahr 1916 wurde sie Erbin und Geschäftsführerin der Firma.
Hedwig Kathe war Mitglied im Vaterländischen Frauenverein und erhielt für ihren Einsatz in der Versorgung durchreisender Soldaten während des Ersten Weltkriegs eine Auszeichnung. Sie war außerdem zeitweise im Vorstand des Kaufmännischen Vereins für weibliche Angestellte aktiv, sowie im Hallischen Frauenbildungsverein.
Hedwig Kathe kandidierte zu beiden Stadtverordnetenwahlen im März und April 1919 als "Fabrikbesitzerin" für die Deutsche Demokratische Partei (DDP) auf dem Listenplatz 11. Beide Male erhielt sie ein Mandat. Als gewählte Stadtverordnete trat sie mehrfach als Berichterstatterin für den Petitionsausschuss in Erscheinung. Sie setzte sich zum Beispiel für die Ausstattung eines neuen Mädchenheims in Halle ein. Sie war außerdem im Kassenrevisionsausschuss, in der Armendeputation und in der Stadtbaddeputation tätig.
Im Dezember 1920 legte Hedwig Kathe ihr Stadtverordnetenmandat nieder, um ihren anderen Verpflichtungen für das Geschäft und die Familie nachgehen zu können. 1921 heiratete sie erneut und übertrug ihrem Ehemann die Geschäftsführung des Unternehmens. Sie blieb jedoch im Vorstand tätig.
Hedwig Kathe starb 1934 in Halle.

 

Quelle:
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 23-27

Letzte Änderung: 24.09.2025 -
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