Therese Hechler (1883-1960)
Therese Hechler wurde am 20. Oktober 1883 in eine Arbeiterfamilie in Halberstadt hineingeboren. Die Familie lebte in der Gröperstraße. Therese Hechler heiratete 1903 den Maurer Georg Hechler. Mit ihm bekam sie mehrere Kinder. Das Ehepaar Hechler war gemeinsam in der SPD aktiv, ab 1917 in der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD). Bei der Revolution 1918/19 organisierte Therese Hechler der mündlichen Überlieferung nach eine Frauendemonstration und war im Arbeiter- und Soldatenrat vertreten. Sie war außerdem im Arbeiter-Samariter-Bund in Halberstadt aktiv.
Therese Hechler kandidierte zur ersten Stadtverordnetenwahl am 23. Februar 1919 für die USPD auf Listenplatz 11, erhielt jedoch kein Mandat. 1924 kandidierte sie erneut, nun für die Kommunistische Partei (KPD), und rückte im August 1924 in die Stadtverordnetenversammlung nach. Sie war unter anderem im Kassenprüfungsausschuss und Wohnungsausschuss tätig. Da die Wahl von 1924 für ungültig erklärt wurde, war sie nur bis Mai 1925 Stadtverordnete. Therese Hechler engagierte sich auch abseits der Stadtverordnetenversammlung politisch. So leitete sie ab 1926 die Ortsgruppe des "Roten Frauen- und Mädchenbunds", die Frauenabteilung des kommunistischen Wehrverbands.
Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung war die Familie Hechler von politischer Verfolgung bedroht. Georg Hechler wurde 1933 von Nationalsozialisten misshandelt und erhielt eine Zuchthausstrafe. Von Therese Hechler ist keine Inhaftierung bekannt. Nach 1945 arbeitete Therese Hechler im Sozialamt der Stadt. Sie starb am 11. März 1960 in Halberstadt.
Quelle:
- Stadtarchiv Halberstadt: Do5402 Bemerkenswerte Frauen; A103 Sammlung Frauenpersönlichkeiten in Halberstadt
- Halberstädter Tageblatt
