Lina Philipp (1870-1945)
Caroline Philipp (geb. Hofmeister) wurde am 7. August 1870 in Zilly/Osterwieck geboren. Ihr Vater war Arbeiter. Sie heiratete 1890 in Halberstadt Johann Carl August Kläbsch, mit dem sie zwei Kinder bekam. Ihr erster Ehemann starb schon sieben Jahre nach der Eheschließung. Im Jahr 1900 ging sie die zweite Ehe mit dem Schriftsetzer Wilhelm Franz Heinrich Philipp ein. In den 1920er Jahren wohnte sie unter der Adresse Gartenstadt 43.
Lina Philipp kandidierte zur ersten Stadtverordnetenwahl in Halberstadt als bestplatzierte Frau auf dem fünften Listenplatz der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) und zog sofort ins Stadtparlament ein. 1924 - inzwischen wieder verwitwet - kandidierte sie erneut, dieses Mal noch besser platziert auf Platz 2 für die Kommunistische Partei (KPD), der sich die USPD in Halberstadt angeschlossen hatte. Als gewählte Stadtverordnete war Lina Philipp unter anderem in der Waisenkommission und in der Wohlfahrtsdeputation tätig. Sie berichterstattete mehrfach aus den Fachbereichen Wohlfahrt und Gesundheit. Durch die Neuwahl des Stadtparlaments 1925 schied Lina Philipp als Stadtverordnete aus, da sie nach Stimmeneinbußen der KPD bei der Wiederholungswahl kein Mandat mehr erhielt. Über ihren weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. Lina Philipp starb am 11. Oktober 1945 in Halberstadt.
Quellen:
- Stadtarchiv Halberstadt: Personenauskunft; Heiratsregister Nr. 306/1890; Heiratsregister Nr. 26/1900; Sterbeurkunde Nr. 2426/1945; Mag. 2.20.235 Verzeichnis Zugehörigkeit der Stadtverordneten zu Kommissionen; Mag. 2.3.008 Tagesordnung der Stadtverordnetensitzungen 1901-1922
- Adressbuch der Stadt Halberstadt 1926/27
- Halberstädter Tageblatt
