Weibliche Stadtverordnete in Gardelegen

Die Kreisstadt Gardelegen verfügte im Jahr 1925 über 8.768 Einwohner:innen und ist damit eine der kleinsten Städte in dieser Studie zu Frauen in der Kommunalpolitik. Industriell wurde Gardelegen von mehreren großen Fabriken zur Knopfherstellung geprägt.

Stadtverordnetenwahl 1919

Für die erste Stadtverordnetenwahl in Gardelegen kandidierten insgesamt fünf Frauen: zwei für die SPD, die anderen für zwei verschiedene bürgerliche Listen. Im Ergebnis erreichte nur eine Frau ein Stadtverordnetenmandat, die Sozialdemokratin Marie Schade. Die SPD erhielt insgesamt 11 Sitze und war damit Wahlsiegerin. Die bürgerliche Liste Ahrfeld erreichte 4 Mandate, die Liste Krentzlin erhielt 7 und die Liste Fohrholz 2 Sitze. Die Stadtverordnetenversammlung von Gardelegen hatte in dieser ersten Wahlperiode 24 Sitze, womit der Frauenanteil durch ein weibliches Mandat durch Direktwahl bei niedrigen 4,1% lag. Im September 1920 rückte Helene Homann (Liste Fohrholz) nach, sie schied im August 1921 jedoch wieder aus.

Stadtverordnetenwahl 1924

Zur zweiten Stadtverordnetenwahl taten sich die bürgerlichen politischen Gruppen, die 1919 noch auf einzelnen Listen kandidiert hatten, zu einer Vereinigten Bürgerlichen Liste zusammen. Sie traten gegen eine sozialdemokratische und eine kommunistische Liste an. Die KPD stellte nur vier Personen zur Wahl auf, worunter keine Frau war. Auch die Bürgerlichen stellten keine Frau zur Wahl. Für die SPD kandidierte Elise Günther, die knapp ein Stadtverordnetenmandat erhielt. Die Bürgerliche Liste gewann die Wahl mit 12 Sitzen, die SPD erhielt 8 Mandate, die KPD keines.

Stadtverordnetenwahl 1929

Aufgrund von Überlieferungslücken kann über die Kandidierenden und das Ergebnis der Stadtverordnetenwahl am 17. November 1929 derzeit keine Aussage getroffen werden. Aus den Protokollbüchern geht jedoch hervor, dass erneut einzig Elise Günther (SPD) als Frau in die Stadtverordnetenversammlung einzog.

Stadtverordnetenwahl 1933

Die Stadtverordnetenwahl vom 12. März 1933 kann in Gardelegen aufgrund der fehlenden Überlieferung derzeit nicht analysiert werden.

Quellen:

- Stadtarchiv Gardelegen: Protokollbuch der Stadtverordnetenversammlung Gardelegen 1916-1922; Protokollbuch der Stadtverordnetenversammlung Gardelegen 1922-1934
- Kreis-Anzeiger. Amtliches Kreisblatt für den Kreis Gardelegen

Letzte Änderung: 26.02.2026 -
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