Lisa Bader (1868-1950)

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Luise (genannt Lisa) Karoline Sophie Bader (geb. Luhde) wurde am 2. November 1868 in Greifswald geboren. Sie heiratete 1890 den Redakteur Paul Bader. 1896 lebte das Paar in Marburg (Hessen) und bekam einen Sohn. Vermutlich zogen die Baders 1899 nach Magdeburg, als Paul Bader begann für die Magdeburger „Volksstimme“ zu arbeiten, die damals die Zeitung der Sozialdemokratischen Partei war. Sie wohnten in der Rollhagenstraße 8. Ab 1924 bis 1933 war Paul Bader Mitglied des Reichstags.

Lisa Bader war zur Zeit der Weimarer Republik die wichtigste Sozialdemokratin Magdeburgs auf kommunalpolitischer Ebene: Am 12. März 1919 wurde sie erstmalig zur Stadtverordneten in Magdeburg gewählt. Sie erhielt auch 1924 und 1929 wieder ein Stadtverordnetenmandat. Dabei war sie immer die bestplatzierte Frau auf der sozialdemokratischen Liste. 1919 hatte sie noch auf dem 14. Platz gestanden, bei den folgenden Wahlen kandidierte sie auf dem dritten Listenplatz.

Bader tritt in den Protokollen der Stadtverordnetenversammlung als herausragend präsente Frau hervor. Im Verhältnis zu den anderen weiblichen Stadtverordneten erscheint sie darin bemerkenswert häufig mit Wortmeldungen, Anträgen und Berichterstattungen, vor allem aus dem Haushalts-, Schul- und Eingaben-Ausschuss. Sie befasste sich mit unterschiedlichen Sachthemen des Stadtparlaments, nicht nur mit solchen, die eng mit der Frauenbewegung verknüpft waren, wie Fürsorge und Bildung. Sie beriet darüber hinaus zum Beispiel zu den Etats der städtischen Krankenhäuser, Theater und der Gartenverwaltung.

Im Dezember 1929 wurde Lisa Bader zur unbesoldeten Stadträtin gewählt und war seitdem Mitglied des städtischen Magistrats. Sie war die erste und einzige Frau in Magdeburg während der Weimarer Republik, die einen solchen Posten einnahm.

Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde das Ehepaar Bader zu politischen Gegner:innen des Regimes. Über ihren weiteren Lebensweg ist jedoch nur wenig bekannt: 1933 zogen sie nach Berlin und später zu Verwandten nach Greifswald. Hier starb Paul Bader im April 1945. Lisa Bader kehrte nach Magdeburg zurück und starb dort am 3. Juni 1950.

 

Quellen:

- Stadtarchiv Magdeburg: Protokolle der Stadtverordnetenversammlung Rep. 18/4 Bü 64 – 72; Protokolle des Haushaltsausschusses 1921 bis 1929 Rep. 18/4 Bü 157 – 159; Verzeichnis der Stadtverordneten Rep. 18/4 Bü 316; Sterbebuch Standesamt I, Nr. 1658
- Stadtarchiv Greifswald: Rep. 4 Eheregister Nr. 72/1890; Rep. 4 Sterberegister Nr. 716/1945
- Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 915 (Ausgewählte Geburtsregister), Nr. 85/1896
- Bader, Paul, in: Magdeburger Biographisches Lexikon

Letzte Änderung: 05.09.2025 -
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