Erna Hirsch (1900-1973)
Erna Hirsch (geb. Thieme) wurde am 15. August 1900 in Merseburg geboren. 1924 heiratete sie den Maurer Johannes Walther Hirsch. Das Paar hatte ein Kind und wohnte unter der Adresse Preußenring 25.
Erna Hirsch kandidierte erstmalig für die Sozialdemokratische Partei (SPD) bei der Stadtverordnetenwahl 1929, war auf Platz 13 jedoch zu schlecht platziert, um ein Mandat zu erhalten. Zur Wahl am 12. März 1933 stand sie auf dem Listenplatz 5 und erhielt ein Mandat. Sie war die einzige Frau in Merseburg, die Anfang April 1933 offiziell als Stadtverordnete eingeführt wurde. Bei der zweiten Sitzung, am 12. April 1933, weigerte sich die NSDAP-Fraktion mit den sozialdemokratischen Stadtverordneten zusammenzuarbeiten, woraufhin diese das Stadtparlament verließen. Die Verordneten der SPD-Fraktion entschieden sich aufgrund dieser Bedingungen, an den folgenden Sitzungen des Stadtparlaments nicht mehr teilzunehmen. Mit Runderlass des preußischen Innenministers vom 23. Juni 1933 wurde schließlich allen sozialdemokratischen Kommunalpolitiker:innen ihre Mandate aberkannt.
Über Erna Hirschs weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. Sie starb am 15. März 1973 in Merseburg.
Quellen:
- Stadtarchiv Merseburg: Geburtsregister Nr. 413/1900; Sterberegister Nr. 291/1973; K 1289 und K 1290 Niederschriften der Stadtverordnetenversammlung von Merseburg 1933
- Merseburger Tageblatt
