Else Sennewald (1888-1963)

Else Emma Sennewald (geb. Reichenbach) wurde am 11. Februar 1888 in Halle geboren. Sie heiratete 1927 den Verwaltungssekretär Emil Alfred Sennewald. Zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit war sie Buchhalterin. Ob das Paar Kinder hatte, ist nicht bekannt. Sie wohnten in der Bernhardystraße 2.

Else Sennewald gehörte 1923 in Halle zu den Gründerinnen des Bundes Königin Luise, einem rechtsradikalen, antisemitischen und völkischen Frauenbund, der als weibliches Pendant zum Wehrverband "Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten" organisiert war. Else Sennewald war mindestens seit 1930 die zweite Bundesvorsitzende des Luisenbunds und leitete auch die Ortsgruppe in Halle. Else Sennewald war Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Von ihren kommunalpolitischen Aktivitäten ist kaum etwas bekannt. Sie kandidierte erstmals zur Kommunalwahl 1929 für die Liste der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft auf Platz 35, erhielt jedoch kein Mandat.

Zur Kommunalwahl am 12. März 1933 kandidierte Else Sennewald für die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot, einem Zusammenschluss der DNVP und des Stahlhelms, der mit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) zusammenarbeitete. Sie stand auf Platz 8 der Liste und zog ins Hallische Stadtparlament ein. Sie wurde in das Kuratorium der Paul Riebeck-Stiftung und in die Deputation des Zoologischen Gartens gewählt. Else Sennewald arbeitete noch im ehemals demokratischen Stadtparlament mit, bis dieses von den Nationalsozialisten vollständig demontiert wurde. Währenddessen wurden politische Gegner:innen des Nationalsozialismus brutal verfolgt.

Über Else Sennewalds weiteres Wirken im Nationalsozialismus, den sie als Vorsitzende des Luisenbunds aktiv unterstützte, ist bisher nicht viel bekannt. Der Bund Königin Luise löste sich nach Konflikten mit der neuen Frauen-Massenorganisation der NSDAP, der NS-Frauenschaft, 1934 selbst auf.

Else Sennewald starb am 30. Juli 1963 in Halle.

 

Quellen:
- Stadtarchiv Halle: A 2.44 Nr. 3 Band 16 Sitzungsberichte 1933; Geburtsurkunde Nr. 483/1888, Sterbeurkunde Nr. 952/1963; Heiratsurkunde Nr. 328/1927
- Saale-Zeitung 1933; Hallische Nachrichten 1930
- Werbeabteilung der SPD: "Königin Luise" Bund deutscher Frauen und Mädchen e.V. Material zur Information und Bekämpfung, Oktober 1931
- Adressbuch der Stadt Halle 1929-1933

 

Letzte Änderung: 16.09.2025 -
Ansprechpartner: Webmaster