Martha Schwarzkopf (1884-1971)
Martha Schwarzkopf (geb. Meyberg) wurde am 11. April 1884 in Halle geboren. Sie machte eine Lehre zur Schneiderin und arbeitete als Näherin, Wäscherin und Hausgehilfin. Sie heiratete den Maurer Paul Schwarzkopf, der gewerkschaftlich und in der Sozialdemokratie aktiv war. Das Ehepaar bekam vier Kinder, die zwischen 1904 und 1908 geboren wurden. Sie wohnten in der Richard-Wagner-Straße 19.
Seit 1908 war Martha Schwarzkopf SPD-Mitglied, später trat sie zur Kommunistischen Partei (KPD) über. Von 1924 bis 1926 war sie Mitglied der Bezirksleitung der KPD (Halle-Merseburg). Sie war eine Gefährtin von Ida Lehmann und in der Internationalen Arbeiterhilfe aktiv.
Martha Schwarzkopf war nur sehr kurzzeitig Stadtverordnete in Halle. Sie kandidierte zum 4. Mai 1924 auf Platz 19 und erhielt zunächst kein Mandat. Nach Ausscheiden von Aloisa Pleul rückte sie im Februar 1928 nach. Sie war in der Deputation für die städtischen Desinfektionsanstalten und im Vorstand der Kaufmännischen Berufsschule tätig.
Nach ihrer Stadtverordnetentätigkeit engagierte sich weiterhin ehrenamtlich, als Schöffin, als Arbeitnehmervertreterin im Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkassen und in Elternbeiräten. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 gerieten Martha Schwarzkopf und ihre Familie ins Visier der politischen Verfolgung. Ihr Ehemann und eine ihrer Töchter wurden inhaftiert, zwei Schwiegersöhne erhielten Zuchthausstrafen. Nach 1945 engagierte sich Martha Schwarzkopf wieder politisch, sie trat der SED bei und war unter anderem Mitglied in einer Veteranenorganisation. Sie starb am 21. Oktober 1971 in Glaucha.
Quelle:
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 57-60
