Luise Wagner (1885-1939)

Luise Marie Hildegard Wagner (geb. Faber) wurde am 11. Juni 1885 in Iserlohn geboren. Sie heiratete 1918 den Studienrat Dr. Karl Wagner. Das Paar wohnte in der Wüsteworthstraße 15. Über Kinder ist nichts bekannt.
Die Sozialdemokratin Luise Wagner wurde bei den Wahlen 1921, 1922 und 1924 zur Stadtverordneten in Stendal gewählt. Wagner hatte 1920 als eine von nur drei Frauen aus der Region an der Frauenkonferenz des reichsweiten SPD-Parteitages in Kassel teilgenommen. Über ihr überregionales Engagement für die Sozialdemokratie ist nichts weiter bekannt.
Karl Wagner wurde 1922 neben seiner Frau in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Beide waren auf der SPD-Liste sehr aussichtsreich platziert, Luise Wagner noch vor ihrem Ehemann. Karl und Luise Wagner wurden auch 1924 wieder gewählt, Luise Wagner stand dabei auf dem Listenplatz 2, was für ihre Bedeutung in der Stendaler SPD spricht.
Als Stadtverordnete in Stendal war Luise Wagner in der Finanzkommission, Schulkommission, Armenkommission, Baukommission und Wohlfahrtskommission tätig. Darüber hinaus saß sie in mehreren sogenannten gemischten Ausschüssen, in denen die Stadtverordneten mit Vertreter:innen aus der Bürgerschaft zusammenarbeiteten: so wurde sie in die Armendeputation, Wohlfahrtsdeputation und das Hospitalkuratorium gewählt. Über ihr Wirken ist aufgrund der fehlenden Überlieferung wenig bekannt. Lediglich aus einem in ihrem Namen gestellten Antrag von 1923 geht ihr Engagement für die Verbesserung der Ernährungssituation der lokalen Bevölkerung hervor.
Das Ehepaar Wagner verließ Stendal 1924 und zog nach Berlin. Luise Wagner starb dort am 9. August 1939.

 

Quellen:
- Stadtarchiv Stendal: Protokolle der Stadtverordnetenversammlung 1914-1922; K I 3 53 Angelegenheiten der Stadtverordnetenversammlung 1905-1929; 240-10/75 Personalakte Studienrat Dr. Karl Wagner
- Protokoll der Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Berlin 1920, S. 418-419

Letzte Änderung: 24.01.2026 -
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