Verband Magdeburger Hausfrauen
Der Verband Magdeburger Hausfrauen war dem Reichsverband Deutscher Hausfrauenvereine angeschlossen. Vermutlich wurde eine Vorgängerorganisation schon früher gegründet, im Vereinsregister der Preußischen Provinz Sachsen erfolgte eine Eintragung in Magdeburg 1919 durch die damalige Vorsitzende Elisabeth Korte.
Der konservative Verband verstand sich als Interessenvertretung bürgerlicher Hausfrauen. Er war nationalistisch ausgerichtet und übte zum Beispiel Einfluss auf das Konsumverhalten aus, indem er zum Erwerb deutscher Produkte aufrief. Er bot auch Bildungsveranstaltungen für Frauen im nationalistischen Sinne an und verfolgte eine konservative Dienstboten- und Hausgehilfenpolitik. Die führenden Akteurinnen des Reichsverbands und vieler städtischer Vorsitzende waren Mitglieder der konservativen Deutschen Volkspartei (DVP) oder der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Nachgewiesen ab 1931 stand dem Magdeburger Hausfrauenverein die Stadtverordnete Elisabeth Rackow vor. Sie gründete die "Magdeburger Hausfrauenzeitung" und war deren Herausgeberin. Auf ihre Initiative ging außerdem die Gründung eines „Heims“ des Hausfrauenverbands in der Dreiengelstraße hervor, das als „Erholungs- und Bildungsstätte“ galt und wo junge Frauen hauswirtschaftlich ausgebildet wurden.
Der Reichsverband trat 1932 aus dem Bund Deutscher Frauenvereine aus, da er sich wie andere konservativ-nationalistischen Vereine dem Nationalsozialismus zuwandte. Der Verband wurde nach der nationalsozialistischen Machtübernahme der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholz-Klink untergeordnet und umbenannt. 1935 wurde auch im Magdeburger Hausfrauenverein das "Führerprinzip" eingeführt. Elisabeth Rackow blieb die Vorsitzende. Die Aktivitäten des Vereins lassen sich im Vereinsregister nur bis 1936 nachvollziehen.
Quellen:
- Landesarchiv Sachsen-Anhalt: LASA MD C 129 Magdeburg (Vereinsregister) Nr. 2501
- Nancy R. Reagin: Nationale Hausarbeit? Bürgerliche Hausfrauen und konservative Politik in der Weimarer Republik, in: Schöck-Quinteros, Eva (Hg.): Ihrem Volk verantwortlich. Frauen der politischen Rechten 1890-1933, Berlin 2007, S. 131–152
