Rechtsschutzverband Magdeburg

Dem 1902 gegründeten Rechtsschutzverein Magdeburg stand die Frauenrechtsaktivistin Johanne Birnbaum (1854-1827) vor. Der Rechtsschutzverein war eine Auskunftstelle für "Frauenberufe, Frauenbildung, Frauenstudium" und bot kostenlose Beratung zu "Vermögens- und Vormundschaftssachen, Jugendfürsorge, Kinderschutz, Invaliden-, Rentensachen, Krankenkassen- und Versicherungssachen" an. 1914 hatte der Verein 230 Mitglieder.

Johanne Birnbaum (geb. Kadisch) entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Sie gehörte zu den aktivsten Frauenrechtsaktivistinnen in Magdeburg, die jedoch nie für ein kommunalpolitisches Amt kandidierte. Sie saß zahlreichen weiteren Frauen- und Jugendschutz-Vereinen vor, die unter ihrer Privatadresse Hartstraße 1 gemeldet waren. Darunter waren der Allgemeine Deutsche Frauendienst, die Centrale für Fraueninteressen und die Jugend-Gerichtshilfe. 1926 löste Johanne Birnbaum den Rechtsschutzverein Magdeburg auf, nachdem dieser nur noch drei Mitglieder hatte.

 

Quellen: Adressbuch der Stadt Magdeburg 1910, Teil IV (Vereine), S. 60; Adressbuch der Stadt Magdeburg 1924, Teil I (Eintrag Birnbaum), S. 26; Elisabeth Altmann-Hottheiner/Bund Deutscher Frauenvereine (Hg.): Jahrbuch der Frauenbewegung 1914, Berlin/Leipzig 1914, S. 92; Landesarchiv Sachsen-Anhalt: LASA MD, C 129 Magdeburg (Vereinsregister) Nr. 2497; Stadtarchiv Magdeburg: Heiratsregister 1874-1903 Nr. 635/1879, Sterbebuch Sudenburg Nr. 642/1927

Letzte Änderung: 13.04.2026 -
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