Ella Egold (geb. 1897)
Ella Lina Minna Egold (geb. Fürstenberg) wurde am 19. Januar 1897 in Magdeburg geboren. Ihr Vater war Schneidermeister. Sie heiratete 1922 den Technischen Zeichner Bernhard Egold. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete sie als Gewerkschaftssekretärin. Es konnte nicht ermittelt werden, ob das Paar Kinder hatte. Sie lebten 1924 in der Mittelstraße in Magdeburg, 1929 in der Calvörder Straße 10. Ella Egold engagierte sich in der Berufsvertretung für Frauen, nachweisbar ab 1930 war sie die Vorsitzende des Gewerkvereins der Heimarbeiterinnen.
1924 kandidierte sie unter der Bezeichnung "Heimarbeiterin" erfolgreich auf dem Listenplatz 17 der Bürgerlichen Einheitsliste. Sie war Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP). Als gewählte Stadtverordnete war sie in diversen Ausschüssen tätig, darunter im Hauptausschuss des Wohlfahrtsamtes, im Ortsausschuss für Jugendpflege, im Theater- und Orchesterausschuss und im Eingabenausschuss.
Im Dezember 1928 gab Ella Egold ihren Austritt aus der Rechtsfraktion bekannt und bat den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, dass ihr im Sitzungssaal ein anderer Platz zugewiesen wurde. Sie schloss sich der Fraktion der Demokratischen Partei (DDP) an, der sie auch beitrat. Ihr Parteiwechsel wurde auch in der Magdeburger Presse behandelt, da dieser Vorgang sehr ungewöhnlich war. Von Seiten der DVP wurde sie als unzuverlässig diffamiert. Sie äußerte sich - soweit bekannt - nicht öffentlich dazu. Es ist anzunehmen, dass ihre politischen Einstellungen zunehmend von denen der DVP differierten, sodass sie in der liberaldemokratischen DDP eine neue politische Heimat fand.
1929 kandidierte sie als bestplatzierte Frau für die Deutsche Demokratische Partei (DDP) auf Listenplatz 5 und zog erneut ins Stadtparlament ein. Sie war in der Gesundheitsdeputation, im Hauptausschuss des Wohlfahrts- und Jugendamts und im Fürsorgeamt tätig. Sie trat - wie auch in ihrer ersten Amtszeit - regelmäßig als Berichterstatterin in der Stadtverordnetenversammlung auf.
Zur letzten Wahl am 12. März 1933 stand sie erneut als bestplatzierte Frau auf Listenplatz 3 der Deutschen Staatspartei (Nachfolgepartei der DDP). Die Deutsche Staatspartei schnitt jedoch so schlecht ab, dass sie keinen einzigen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung erhielt. Über Ella Egolds weiteren Lebensweg und ihr Sterbedatum ist nichts bekannt. Ihr Ehemann starb 1956 in Paderborn.
Quellen:
- Stadtarchiv Magdeburg: Rep. 18/4 Bü 67-75 Protokollbücher der Stadtverordnetenversammlung 1924-1933; Heiratsurkunde Nr. 691/1922; Geburtsurkunde Nr. 211/1897
- Magdeburger General-Anzeiger
