Dorothee Kaßner (1859-1943)

Anna Dorothee Kaßner (oder: Kassner, geb. Appel) wurde am 29. November 1859 in Groß-Santersleben in eine Arbeiterfamilie hineingeboren. 1887 heiratete sie den Schuhmachergesellen Georg Joseph August Kaßner. Sie arbeitete als Dienstmädchen. Das Paar bekam eine Tochter.

Dorothee Kaßner gehörte zu den ersten weiblichen Sozialdemokratinnen Magdeburgs, die nach der zugelassenen Parteimitgliedschaft für Frauen 1908 in Erscheinung traten: So nahm sie an den reichsweiten SPD-Parteitagen 1910 in Magdeburg und 1913 in Jena teil. Zur ersten Stadtverordnetenwahl 1919 kandidierte sie auf Platz 45 der SPD-Liste und rückte im Mai 1919 ins Stadtparlament nach. Sie war in zahlreichen Ausschüssen tätig: im Haushaltsausschuss, Ausschuss für Rechnungsangelegenheiten, Wohnungswesenausschuss und im Kuratorium für das Wöchnerinnenheim. 1924 kandidierte sie erneut, dieses Mal auf Platz 25 für die SPD und erhielt sofort ein zweites Mandat. Sie war im Wahl-Ausschuss und im Besoldungs-Ausschuss tätig. Gelegentlich berichterstattete sie aus den Ausschüssen oder trug Anträge für die Gewährung von Witwen- oder Waisengeld vor. Davon abgesehen tritt sie in den Protokollen der Stadtverordnetenversammlung kaum in Erscheinung. Zur Wahl 1929 kandidierte Dorothee Kaßner auf dem 42. Platz der SPD-Liste und erhielt kein Mandat mehr. Über ihren weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. Dorothee Kaßner starb am 25. November 1943 in Magdeburg.

 

Quellen:
- Stadtarchiv Magdeburg: Rep. 18/4 Bü 64-72 Protokollbuch der Stadtverordnetenversammlung 1919-1929; Heiratsurkunde Nr. 732/1887; Sterbeurkunde Nr. 3000/1943

Letzte Änderung: 10.09.2025 -
Ansprechpartner: Webmaster