Hausfrauenverein Wernigerode

Der Hausfrauenverein Wernigerode war ein nationalistisch-konservativ ausgerichteter Verein, der die Interessen von bürgerlichen Frauen vertrat. Hausfrauenvereine gab es in mehreren Städten, so auch in Magdeburg und Halle, und sie waren überregional miteinander vernetzt.
In Wernigerode waren in den 1920er Jahren mehrere Vorstandsmitglieder in der städtischen Politik engagiert und kandidierten auf bürgerlichen Listen für die Stadtverordnetenversammlung: 1924 standen sowohl Dorothea Spilcke als auch Katharina Voigt auf der Liste "Gemeinwohl". Sie waren jedoch so wenig aussichtsreich platziert, dass sie kein Mandat erhielten. Katharina (Käthe) Voigt wurde 1925 die zweite Vorsitzende des Hausfrauenvereins. 1929 kandidierte Christine Niemann auf der Liste "Bürgerblock" für das Stadtparlament, erhielt jedoch kein Mandat. Der Vereinsvorstand hatte zuvor erreicht, dass Christine Niemann neben einer weiteren Frau, die vom Verein dafür vorgeschlagen worden war, in die städtische Wohnungsbaukommission aufgenommen wurde. 1924 hatte er außerdem initiiert, dass von ihm vorgeschlagene Mitglieder in den Hauptausschuss des Wohlfahrtsamts gewählt wurden. Die Frauen des Hausfrauenvereins waren in der Kommunalpolitik bestens vernetzt und erreichten darüber in ihrem Interessensgebiet eine gewisse Einflussnahme. Die Vernetzung im politischen Bürgertum war auch personeller Natur; so war die erste Vereinsvorsitzende Christine Morgenroth die Ehefrau des Arztes Friedrich Morgenroth, der 1919 auf der Liste Niewerth zum Stadtverordneten gewählt worden war.

 

Quellen:
- Stadtarchiv Wernigerode: WR II / 9740 Wahl verschiedener Kommissionen (24. Jan 1922 – 1930), Bl. 99; WR II / 11022 Hausfrauen-Verein in der Stadt Wernigerode (1924-1929)

Letzte Änderung: 30.09.2025 -
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