Irma Wolff (1878-1961)

Irma Wolff (geb. Küentzle) wurde am 7. August 1878 als Kind eines Majors in Rastatt (Baden) geboren. Sie besuchte eine Höhere Töchterschule und erhielt eine fundierte kulturelle und künstlerische Bildung. Hierdurch kam sie mit politischen Themen in Berührung, die sie von Jugend an interessierten. Als 19-Jährige besucht sie mit ihrer Mutter einen Vortrag von Anita Augspurg (1857-1943), einer der prominentesten Frauenrechtlerinnen des progressiven Flügels der bürgerlichen Frauenbewegung. Nach ihrer Hochzeit mit dem Professor für Wirtschaftswissenschaften Hellmuth Wolff zog sie nach Halle. Ab 1911 wohnte das Ehepaar in der Richard-Wagner-Straße 33. Sie bekamen vier Kinder, die zwischen 1906 und 1911 geboren wurden.

In Halle entfaltete Irma Wolff ein breites gesellschaftliches Engagement in der bürgerlichen Frauenbewegung  und in Wohltätigkeits- und Kulturvereinen. Zwischen 1919 und 1934 war sie die Vorsitzende des Verbands Deutsche Frauenkleidung (Ortsgruppe Halle). Sie war außerdem im Hallischen Hausfrauenbund engagiert. Sie hielt Vorträge und schrieb Zeitungsbeiträge über Frauenkultur und Frauenpolitik.

Irma Wolff engagierte sich ab 1918 in der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Zur ersten Stadtverordnetenwahl am 2. März 1919 stellte sie eine eigene, parteilose Liste auf, da sie auf kommunalpolitischer Ebene parteineutral agieren wollte. Sie kandidierte auf dem ersten Listenplatz und erhielt auch ein Mandat. Da die Wahl wegen Unregelmäßigkeiten angefochten und für ungültig erklärt wurde, konnte sie ihr Stadtverordnetenmandat de facto nie ausüben. Zur Wiederholungswahl im April kandidierte sie nicht mehr. Innerhalb der DDP blieb sie jedoch in den folgenden Jahren aktiv, und gehörte zeitweilig dem Vorstand der Ortsgruppe an. 1928 kandidierte sie bei der Reichstagswahl, jedoch erfolglos.

Über Irma Wolffs Leben während der Zeit des Nationalsozialismus ist wenig bekannt. Nach 1945 engagierte sie sich wieder politisch, sie wurde für die Liberaldemokratische Partei (LDP) ins Stadtparlament gewählt. Sie war außerdem im Landesvorstand des Kulturbundes tätig. Aus Unzufriedenheit mit den politischen Entwicklungen in der frühen DDR schied sie um 1950 aus dem politischen Leben aus. Irma Wolff starb am 10. Mai 1961 in Halle.

 

Quelle:
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 63-70

Letzte Änderung: 02.10.2025 -
Ansprechpartner: Webmaster