Dr. Auguste Lange (1881-1923)
Auguste Lange wurde am 3. Mai 1881 in Frankfurt am Main geboren. Sie entstammte einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie und erhielt eine hervorragende Bildung. Sie blieb unverheiratet und wohnte zur Zeit ihres Stadtverordnetenmandats in der Seebener Straße 61 in Halle.
Dr. Auguste Lange hatte Volkswirtschaft und Philosophie studiert und an der Universität Freiburg promoviert. Nach einer Berufstätigkeit für das Institut für Gemeinwohl in Frankfurt am Main hatte sie 1912 in Halle die Anstellung als städtische Wohnungsinspektorin angenommen. Dieses Amt wurde nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 eingestellt. Dr. Auguste Lange arbeitete dann im Nationalen Frauendienst, außerdem unterrichtete sie zwischen 1913 und 1919 nebenamtlich an der Städtischen Frauenschule. 1917 ging sie für die Dozentinnentätigkeit an der Hochschule für Frauen nach Leipzig. 1918 wurde sie die Direktorin des neu geschaffenen Wohnungsamts bei der Stadt Halle. Damit war sie deutschlandweit eine der ersten Frauen in dieser Position.
1919 kandidierte Dr. Auguste Lange für die Deutsche Demokratische Partei (DDP) auf dem 19. Listenplatz für das Hallische Stadtparlament. Sie wurde sowohl am 2. März 1919 als auch bei der Wiederholungswahl am 27. April 1919 gewählt. Ihre Kandidaturen für den Provinziallandtag 1919 und für den Reichstag 1920 blieben erfolglos.
Als gewählte Stadtverordnete engagierte sie sich besonders in ihrem Fachbereich, was durch Diskussionsbeiträge zum Wohnungswesen in der Stadtverordnetenversammlung dokumentiert ist. Sie war unter anderem Mitglied im Grundeigentums- und Kleinwohnungsausschuss, wie auch im Schulausschuss, in der Gesundheitsdeputation und im Hauptausschuss des Jugendamtes.
Im November 1922 legte Dr. Auguste Lange ihr Mandat nieder, da sie erkrankt war. Sie starb am 2. September 1923 in Halle.
Quelle:
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 31-35
