Margarethe Bennewiz (1860-1943)

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Margarethe Bennewiz (geb. Woelfel) wurde am 27. Februar 1860 in Berlin in einen gutbürgerlichen Haushalt hineingeboren. Ihr Vater war Rechtsanwalt und politisch engagiert. Margarethe Bennewiz besuchte die Höhere Töchterschule in Merseburg und ein Mädchenpensionat in der Schweiz. 1880 heiratete sie den Rechtsanwalt und späteren Justizrat Hermann Bennewiz und zog zu ihm nach Halle. Das Paar bekam drei Kinder. Sie wohnten in der Karlstraße 9. Hermann Bennewiz starb 1910. Margarethe Bennewiz zog später in die Friedenstraße 5.

Margarethe Bennewiz ist eine herausragende Persönlichkeit der bürgerlichen Frauenbewegung in Halle. 1899 gehörte sie zu den Initiatorinnen des „Frauenvereins für Frauenerwerb und Frauenfortbildung“ in Halle, der sich dem Allgemeinen Deutschen Frauenverein anschloss. 1904 gründete Margarethe Bennewiz den Rechtsschutzverband für Frauen, ein eigenständiger, reichsweit aufgestellter Verband, dem sich bis 1908 rund 70 Rechtsschutzvereine für Frauen in Deutschland und Österreich anschlossen. Als Vorsitzende gehörte Margarethe Bennewiz gleichzeitig dem Vorstand des Bundes Deutscher Frauenvereine an. Während des Ersten Weltkriegs engagierte sie sich auch für den Nationalen Frauendienst in Halle.

Zu den ersten Kommunalwahlen 1919 kandidierte Margarethe Bennewiz für die Deutsche Demokratische Partei (DDP), am 2. März auf Platz 30, bei der Wiederholungswahl am 17. April 1919 auf Platz 25. Sie erhielt kein Mandat, rückte jedoch im Mai 1922 in das Stadtparlament nach. Sie war unter anderem im Schulausschuss tätig. Zur Stadtverordnetenwahl am 4. Mai 1924 kandidierte sie auf Platz 57 des Vaterländischen Ordnungsblocks, eines Zusammenschlusses der bürgerlichen Parteien (Deutschnationale Volkspartei, Deutsche Volkspartei, Deutsche Demokratische Partei und Zentrumspartei). Sie erhielt aufgrund der schlechten Platzierung kein Mandat, rückte jedoch noch im September 1929 kurzzeitig ins Stadtparlament nach, ehe im November 1929 erneut gewählt wurde. Margarethe Bennewiz war jedoch über ihr Mandat hinaus im städtischen Ausschuss für die Auswahl von Schöffen und Geschworenen tätig. Sie kandidierte außerdem 1920 und 1924 für den Reichstag und 1929 für den Preußischen Landtag, jedoch erfolglos.
1933 löste sich der Rechtsschutzverband selbst auf, um einem Anschluss an den Nationalsozialismus zu entgehen. Margarethe Bennewiz zog sich während der Zeit des Nationalsozialismus vermutlich aus dem öffentlichen Leben zurück. Sie starb am 10. März 1943 in Halle.

 

Quellen:
- Stadtarchiv Halle: Verzeichnis der Stadtverordneten in der Weimarer Republik; A 2.44 Nr. 3 Band 6 Sitzungsberichte 1923; A 2.44 Nr. 3 Band 13 Sitzungsberichte 1930
- Eva Labouvie (Hg.): Frauen in Sachsen-Anhalt 2. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom 19. Jahrhundert bis 1945, Köln 2019, S. 79-82

Letzte Änderung: 24.01.2026 -
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