Helene Blosfeld (1875-1948)

Helene Kätchen Johanne Hermine Blosfeld (geb. Niemann) wurde am 23. September 1875 in Oldenburg geboren. Sie heiratete dort 1903 den Buchdrucker Paul Blosfeld. Das Paar ging zu einem unbestimmten Zeitpunkt nach Dessau, wo 1910 ihre Tochter geboren wurde. Paul Blosfeld arbeitete in Dessau für das sozialdemokratische "Volksblatt". Die Familie wohnte in der Taubenstraße 1.
Helene Blosfeld gehörte ab 1921 dem städtischen Wohlfahrtsausschuss an. 1925 bis 1933 war Helene Blosfeld Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Dessau. Sie leitete unter anderem eine Nähstube der AWO und engagierte sich für die Einrichtung eines Erholungsheims für Frauen, das 1926 in einem alten Jagdschloss eröffnet wurde. Der Überlieferung nach wurde sie sehr wertschätzend "Mutter der Arbeiterwohlfahrt" genannt.
Helene Blosfeld rückte für die SPD am 19. Dezember 1929 ins Stadtparlament nach. Bei der Wahl am 25. Oktober 1931 war sie die bestplatzierte Frau auf der SPD-Liste und wurde wiedergewählt. Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung schied sie aus dem Stadtparlament aus. Das Ehepaar Blosfeld bewahrte sich seine politisch oppositionelle Haltung. Nach Kriegsende wurden sie SED-Mitglieder.
Helene Blosfeld starb am 29. Dezember 1948 in Dessau.

 

Quellen:

- Bärbel Reuter/Günter Ziegler: 100 Jahre Stadtverordnete in Dessau. Biographische Skizzen, hg. von der Stadt Dessau/Museum für Stadtgeschichte Dessau, Dessau 1998, S. 27
- Werner Grossert: Dessauer Frauen-Geschichten als Geschichte von unten, Dessau-Roßlau 2009, S. 64-68

Letzte Änderung: 11.06.2025 -
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