Helene Meier (1874-1949)

Helene Meier (geb. Schneider) wurde am 21. April 1874 in Dessau geboren. Ihr Ehemann Johann Meier war Sozialist und Gewerkschafter. Das Paar hatte acht Kinder. Während des Ersten Weltkriegs, als ihr Mann Soldat war, musste sie betteln und in der Kriegsindustrie arbeiten, um ihre Kinder versorgen zu können. 1925 zog die Familie nach Dessau. Sie wohnte in der Marktstraße 4b.
Bei der Stadtverordnetenwahl am 27. November 1927, als Helene Meier für die Kommunistische Partei (KPD) auf dem dritten Listenplatz kandidierte, verpasste sie knapp den Einzug ins Stadtparlament. Sie rückte 1928 nach. Am 25. Oktober 1931 wurde sie erneut gewählt. Sie war die einzige kommunistische Stadtverordnete in Dessau zur Zeit der Weimarer Republik. 1933 verlor Helene Meier ihr politisches Mandat. Ihre ganze Familie litt im Nationalsozialismus unter der politischen Verfolgung. Helene Meier wurde 1933 und 1935 verhaftet und zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus und KZ-Haft verurteilt. Ähnlich erging es ihrer Tochter Sofie, die 1932 noch für die KPD in den Kreistag Dessau gewählt worden war. 1936 stand sie zusammen mit ihrer Widerstandsgruppe vor Gericht und wurde zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt und später in das KZ Ravensbück überstellt. Helene Meier verstarb am 11. Januar 1949 in Dessau.

 

Quellen:

- Bärbel Reuter/Günter Ziegler: 100 Jahre Stadtverordnete in Dessau. Biographische Skizzen, hg. von der Stadt Dessau/Museum für Stadtgeschichte Dessau, Dessau 1998, S. 80
- Werner Grossert: Dessauer Frauen-Geschichten als Geschichte von unten, Dessau-Roßlau 2009, S. 69-72

Letzte Änderung: 29.09.2025 -
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