Frieda Fiedler (1885-1965)

Frieda FiedlerFrieda Margarete Fiedler (geb. Mannigel) wurde am 14. April 1885 in Altona geboren. Sie heiratete im März 1906 den Hutmacher Josef Fiedler in Bernburg. Das Ehepaar bekam zwei Kinder und wohnte in der Stiftstraße 3.
Frieda Fiedler war seit 1908 SPD-Mitglied und eine von wenigen Frauen, die 1921 als Delegierte an dem SPD-Reichsparteitag teilnahmen. 1919 gründete sie zusammen mit Parteigenossinnen und -genossen die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Bernburg, deren Vorsitz sie übernahm. 1921 kandidierte Fiedler erfolgreich für die Stadtverordnetenwahl in Bernburg auf dem aussichtsreichen vierten Listenplatz. Sie wurde 1924, 1927 und 1931 als jeweils als erstplatzierte Frau der SPD-Liste wieder ins Bernburger Stadtparlament gewählt.
Neben ihrem langjährigen Stadtverordnetenmandat war Frieda Fiedler zwischen 1924 und 1931 Abgeordnete im Landtag von Anhalt. Sie konnte ihre Politik damit auf mehreren Ebenen verfolgen. Im Landesparlament engagierte sie sich besonders für die Gesundheitsfürsorge für Mütter und Kinder und setzte sich für die Abschaffung des Paragrafen 218 ein, der Abtreibungen unter Strafe stellt. Auch äußerte sie sich zu weiteren Themen der sozialen und gesundheitlichen Fürsorge und zum Strafvollzug. In Bernburg gehörte sie als Vertreterin der AWO jahrelang dem Fürsorgeausschuss an. Als Stadtverordnete wurde sie außerdem in den Jugendwohlfahrtausschuss und in das Kuratorium für die Schulzahnklinik gewählt. In landesweiten Beratungen über das "Fürsorgeerziehungswesen" vertrat sie das Jugendamt Bernburg.
Über Frieda Fiedlers Lebensweg nach 1933 ist nichts bekannt. Nach 1945 engagierte sie sich wieder in der kommunalen Politik und war Stadtverordnete in Magdeburg. 1962 verließ sie die DDR. Frieda Fiedler starb am 21. Dezember 1965 in Königstein im Taunus.

 

Quellen:

- Elke Stolze: Die weiblichen „Herren Abgeordneten“. Politikerinnen der Region Sachsen-Anhalt 1918-1945, Halle/Saale, S. 94-103
- Stadtarchiv Bernburg: Heiratsregister 1906-0039; 06-0782 Gemeinde-Ratsprotokolle 1921–1925; 06-0649 Jugendwohlfahrt, Fürsorge-Ausschuss 1925-1928; 06-0787 Gemeinde-Ratsprotokolle 1926–1932
- Eva Labouvie (Hg.): Frauen in Sachsen-Anhalt 2. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom 19. Jahrhundert bis 1945, Köln 2019, S. 146-147

Letzte Änderung: 03.10.2025 -
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