Luise Pfaffe (1855-1934)
Wilhelmine Luise Pfaffe (geb. Linsert) wurde am 3. Februar 1855 in Bernburg geboren. Sie war die Tochter eines Bäckermeisters. 1881 heiratete sie den Kaufmann Wilhelm Hugo Pfaffe, der 1902 verstarb. Es ist nicht bekannt, ob das Paar Kinder hatte. Luise Pfaffe wohnte am Sedanplatz 1 (heutiger Rheineplatz).
Zur ersten Stadtverordnetenwahl in Bernburg am 23. Februar 1919 kandidierte Luise Pfaffe als bestplatzierte Frau auf dem fünften Listenplatz für die Deutsche Demokratische Partei (DDP). Sie erhielt sofort ein Stadtverordnetenmandat. Auch zur zweiten Stadtverordnetenwahl im Dezember 1921 wurde sie wiedergewählt, dieses Mal auf dem 14. Listenplatz der Vereinigten Bürgerliste. Als gewählte Stadtverordnete war sie unter anderem im Ernährungsausschuss, in der Steuereinschätzungs-Kommission, in der Schlachthausdeputation und in der Silberhochzeit-Stiftung tätig. Sie setzte sich außerdem besonders für sogenannte Kleinrentner ein, zu denen sie selbst gehörte. Dies bezeichnete ältere Menschen, die ihr Vermögen durch Krieg und Inflation verloren hatten und auf staatliche Unterstützung angewiesen waren.
Nach den zwei Wahlperioden kandidierte Luise Pfaffe nicht erneut. Sie starb am 25. Januar 1934 in Bernburg.
Quellen:
- Stadtarchiv Bernburg: Sterberegister 1934-0040; Heiratsregister 1881-0148; StA Bernburg 06-0959 Akten der Stadtverordnetenversammlung 1919–1933; 06-0776 Niederschriften öffentlicher Gemeindevertretersitzungen 1922–1931