Anna Brock (o.D.)
Die Kommunalpolitikerin Anna Brock wohnte in Weißenfels in der Schillerstraße 8. Ihre familiären Verhältnisse und ihre Lebensdaten konnten nicht ermittelt werden. Da sie als "Hausfrau" firmierte, ist jedoch davon auszugehen, dass sie verheiratet war.
Anna Brock engagierte sich spätestens in der Revolution von 1918/19 politisch. Sie war in der Frauenkommission der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USDP) aktiv und wandte sich im Dezember 1918 zusammen mit den späteren Stadtverordneten Emma Dünkler, Berta Leffler und Anna Zäuner sowie weiteren 'Genossinnen' in einem öffentlichen Aufruf an alle Arbeiterinnen, sich politisch zu engagieren. Zur ersten Stadtverordnetenwahl in Weißenfels am 23. Februar 1919 kandidierte sie für die USPD auf dem Listenplatz 16. Sie erhielt direkt ein Mandat. Als gewählte Stadtverordnete war sie unter anderem in der Abteilung für Kirchen-, Schul- und Gottesdienstsachen und in der Abteilung für Wasser- und Lichtangelegenheiten tätig. Sie setzte sich für die Versorgung der ärmeren Bevölkerung ein und gegen die Ausbeutung von Lehrlingen, sowie für viele weitere soziale Themen. Anna Brock nahm ihr Stadtverordnetenmandat bis 1924 wahr. Zur zweiten Stadtverordnetenwahl im Mai 1924 kandidierte sie nicht mehr. Über ihren weiteren Lebensweg ist nichts bekannt.
Quellen:
- Stadtarchiv Weißenfels: A II 881 Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung 1919; A II 904 Stadtverordneten-Versammlung (Beschlüsse) 1919/1
- Elke Stolze: Die weiblichen „Herren Abgeordneten“. Politikerinnen der Region Sachsen-Anhalt 1918-1945, Halle/Saale 2007, S. 120
