Hallischer Hausfrauenbund

Im Jahr 1908 gründeten acht Frauen in Halle, darunter Dr. Agnes Gosche und Marie von Nathusius, den Hallischen Hausfrauenbund. Dessen Vorsitzende wurde 1909 Franziska Hündorf, die 1919 kurzzeitig auch Stadtverordnete in Halle war. Hündorf war außerdem über mehrere Jahre die zweite Vorsitzende des Landesverbands Sachsen-Anhalt der städtischen Hausfrauenvereine. Der hallische Verein trat auch dem später gegründeten Reichsverband Deutscher Hausfrauenvereine bei. 

Gemäß seiner Ausrichtung setzte sich der Verein vor allem für die Anerkennung hauswirtschaftlicher Tätigkeiten als Berufszweig ein. So förderte er die Professionalisierung des Dienstpersonal- und Hauswirtschaftswesens, indem er die zweiijährige Ausbildung zur Hausgehilfin in Lehrhaushalten betreute und in Kooperation mit städtischen Behörden durchführte. Er bot außerdem Kurse unter anderem zum Kochen und Nähen an und gab kostengünstiges Mittagessen aus. In den 1920er Jahren veranstaltete der Verein mehrere Ausstellungen und Werbetage, die sich mit Ernährung und Gesundheit befassten, sowie die Titel "Frauenfleiß" (1921) oder "Im Reiche der Hausfrau" (1928) trugen. 1931 wurde in Halle in der Mittelstraße 5a das Heim des Hausfrauenbundes eröffnet. Die langjährige erste Vorsitzende Franziska Hündorf hatte dieses Haus für den Verein erworben, erlebte die Einweihung jedoch nicht mehr mit. Ihr folgte Margarete Schlüter als erste Vorsitzende nach. Ende 1935 löste sich der Verein im Zuge der Gleichschaltung mit der nationalsozialistischen Zentralorganisation, dem Deutschen Frauenwerk, auf.

 

Quelle:
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 19-23

Letzte Änderung: 24.01.2026 -
Ansprechpartner: Webmaster