Margarete Vehse (1888-1971)

Margarete Vehse wurde am 22. November 1888 in Lüneburg geboren. Sie bleib unverheiratet und arbeitete als Buchhalterin. Sie wohnte unter der Adresse Steinweg 46/47. 

Im März 1919 wurde sie in den Arbeiterrat Halle gewählt, sie vertrat dabei die Liste der Bürgerlichen. Sie kandidierte auch für die Stadtverordnetenversammlung am 27. April 1919 für die Deutsche Demokratische Partei (DDP), erhielt jedoch kein Mandat. Am 4. Mai 1924 kandidierte sie erfolgreich (auf dem 7. Listenplatz) und zog ins Stadtparlament ein. Hier war sie in zahlreichen Fachbereichen tätig; sie war unter anderem im Rechnungsrevisionsausschuss, im Theaterausschuss und im Sozialen Ausschuss Mitglied. Darüber hinaus war sie unter anderem in der Deputation der Armendirektion und im Vorstand von Berufsschulen vertreten. Seit 1926 war sie im Geschäftsführenden Vorstand der DDP im Hallischen Ortsverein. Zur Kommunalwahl 1929 kandidierte sie erneut, erhielt jedoch kein Mandat mehr.

Margarete Vehse engagierte sich außerdem in der bürgerlichen Frauenbewegung in Halle, vor allem im Bereich der beruflichen Interessenvertretung für Frauen So war sie im Kaufmännischen Verein für weibliche Angestellte aktiv und leitete die hallische Ortsgruppe des Verbands der weiblichen Handels- und Büroangestellten (VWA) und die Ortsgruppe Halle-Süd des Gewerkvereins der Heimarbeiterinnen. Sie war außerdem im Verband Hallischer Frauenvereine Mitglied und im Vorstand der Christlichen Arbeiterhilfe und des Hallischen Bürgervereins.

Über ihren Lebensweg während des Nationalsozialismus ist nichts bekannt. Nach 1945 trat sie der Christlich Demokratischen Union (CDU) bei und engagierte sich beim Neuaufbau kommunaler politischer Strukturen. 1946 wurde sie erneut zur Stadtverordneten gewählt. Nach der Gründung der DDR zog sie sich vermutlich aus dem politischen Leben zurück. Margarete Vehse starb am 21. November 1971 in Halle. 

 

Quelle:
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 60-63

Letzte Änderung: 02.10.2025 -
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