Margarete Schrecker (o.D.)
Margarete Schrecker war unverheiratet und wohnte unter der Adresse Kaiserplatz 19 (heute Rathenauplatz). Sie war in der beruflichen Interessenvertretung für Frauen aktiv und leitete den Hallischen Gewerkverein für Heimarbeiterinnen. In der Wahlliste von 1919 ist ihr Beruf als "Gewerkschaftssekretärin" angegeben. Sie kandidierte bei beiden Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung 1919 jeweils auf dem 2. Listenplatz und damit als bestplatzierte Frau auf der Liste der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Sie erhielt beide Male ein Mandat. Als gewählte Stadtverordnete war sie in der Wohnungsdeputation, im Schulausschuss für das städtische Lyzeum und die städtische Frauenschule, im Kuratorium der Brumhard-Stiftung und in der Deputation für Kriegshinterbliebenenfürsorge tätig. Sie setzte sich unter anderem für die Gründung eines Mädchenheims ein und für ein höheres Gehalt von Frauen, die als sogenannte Sozialbeamtinnen bei der Stadt angestellt waren. Im Januar 1922 legte Margarete Schrecker ihr Stadtverordnetenmandat vorzeitig nieder.
Sie hatte außerdem 1919 für den Preußischen Landtag und 1920 für den Reichstag kandidiert, beide Male erfolglos. Weiteres ist über Margarete Schrecker nicht bekannt. Ihre Lebensdaten konnten nicht ermittelt werden.
Quellen:
- Stadtarchiv Halle: Verzeichnis der Stadtverordneten in der Weimarer Republik; A 2.44 Nr. 3 Bd. 2 Sitzungsprotokolle 1919
