Hildegard Lehmann (1901-1987)

Hildegard Lehmann obere Reihe 4.v.l.Hildegard Johanna Lehmann (geb. Leucht) wurde am 7. September 1901 in Dresden geboren. Sie machte eine Berufsausbildung zur Stenotypistin. Sie heiratete den Arbeiter Franz Lehmann und zog vermutlich mit ihm nach Halle. Dort war sie in der Redaktion der kommunistischen Zeitung "Klassenkampf" tätig und für den Roten Frauen- und Mädchenbund. Sie wohnte im Ammendorfer Weg 41.
Hildegard Lehmann kandidierte erstmals zur Wahl am 17. November 1929 für die Hallische Stadtverordnetenversammlung. Sie stand auf dem 12. Listenplatz der Kommunistische Partei (KPD) und erhielt ein Mandat. In den 1930er Jahren war sie als Rednerin für die KPD sehr aktiv und setzte sich für Erwerbslose ein, zum Beispiel indem sie bei großen Demonstrationsveranstaltungen sprach. Als gewählte Stadtverordnete war sie in mehreren Ausschüssen und Deputationen tätig, darunter im Haushaltsausschuss, im Rechts- und Verfassungsausschuss, im Schulausschuss für die städtische höhere Mädchenschulen und im Schulvorstand der Gewerbeschule für Mädchen. Sie berichterstattete mehrmals aus dem Haushaltsausschuss. Am 12. März 1933 wurde Hildegard Lehmann wieder gewählt, ihr Mandat wurde so wie alle politischen Mandate der KPD jedoch annulliert. 1935 wurde Hildegard Lehmann mit 15 weiteren Personen wegen der "Vorbereitung zum Hochverrat" angeklagt, jedoch freigesprochen. Weiteres ist über ihr Leben zur Zeit des NS-Regimes nicht bekannt. Sie zog zurück in ihre Geburtsstadt Dresden, wo sie am 14. Juli 1987 starb.

 

Quellen:
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 39-41
- Stadtarchiv Dresden: Geburtsregister, Signatur 6.4.25 Nr. 230/1901

Letzte Änderung: 24.01.2026 -
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