Anna Herrmann (geb. 1885)

Helene Mathilde Anna Herrmann (geb. Oyen) wurde am 23. April 1885 in Halle geboren. Sie heiratete 1907 den Fabrikarbeiter Gustav Herrmann. Anna Herrmann war Arbeiterin. Sie bekam 1908 einen Sohn, der noch im Säuglingsalter starb. Über weitere Kinder ist nichts bekannt. 1924 wohnte sie mit ihrem Ehemann in der Mühlgasse 2.
Zur Stadtverordnetenwahl im Mai 1924 kandidierte Anna Herrmann für die Kommunistische Partei (KPD) auf dem 12. Listenplatz. Sie erhielt ein Mandat, das sie bis zur Niederlegung aus gesundheitlichen Gründen im Januar 1929 ausübte. Sie war in mehreren Ausschüssen und Deputationen tätig, darunter im Haushaltsausschuss, Schulausschuss und Gesundheitsausschuss sowie in der Deputation für das Jugendamt, im Beirat für die Kriegshinterbliebenenfürsorge und im Gefängnisbeirat. Anna Herrmann galt als kämpferisch und streitlustig. In der bürgerlichen Presse wurde sie oft herablassend und feindselig beurteilt. Es sind viele Wortmeldungen von ihr protokolliert, sowie Ordnungsrufe, nachdem sie die Stadtverordnetenversammlung gestört haben soll. Sie kritisierte mehrere städtische Ämter deutlich und bemängelte, dass diese nicht nachhaltig zur Notlinderung der verarmten Bevölkerung beitragen würden.
Neben ihrem Stadtverordnetenmandat war Anna Herrmann im Roten Frauen- und Mädchenbund tätig und engagierte sich für die Internationale Arbeiterhilfe und im kommunistischen Genossenschaftswesen. Über ihren Lebensweg nach Ausscheiden aus der Stadtverordnetenversammlung ist nichts bekannt.

 

Quellen:
- Stadtarchiv Halle: Geburtsregister Nr. 956/1885; Heiratsregister Nr. 5/1907; Sterberegister Nr. 2087/1908
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 13-16

Letzte Änderung: 15.09.2025 -
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