Aloisa Pleul (1883-1974)

Aloisa PleulAloisa Pleul (geb. Mangen) wurde vermutlich 1883 geboren. 1903 heiratete sie in Krefeld den Arbeiter Paul Pleul. Wann das Ehepaar nach Halle zog und ob es Kinder hatte, ist nicht bekannt. 1924 wohnten sie unter der Adresse Böllberger Weg 7 in Halle.

Aloisa Pleul engagierte sich ab 1908 vermutlich zuerst in der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und trat später zur Kommunistischen Partei (KPD) über. Sie war in der "Roten Hilfe", in der Genossenschaftsbewegung und als Kassiererin für die Partei aktiv. Während der revolutionären Aktivitäten von Kommunist:innen in Mitteldeutschland Anfang der 1920er Jahre soll sie 'kämpfende Arbeiter:innen' versorgt haben. Vermutlich ab 1925 leitete sie verschiedene Kinderheime der "Roten Hilfe". 

Zur Stadtverordnetenwahl am 4. Mai 1924 kandidierte sie das erste Mal für die KPD. Sie zog nicht direkt ins Stadtparlament ein, rückte jedoch im März 1925 nach. Als gewählte Stadtverordnete war sie unter anderem im Sozialen Ausschuss, Rechnungsrevisionsausschuss und im Beirat für Strafanstalten tätig. Im Februar 1928 legte sie ihr Mandat nieder. Über ihren weiteren Lebensweg ist kaum etwas bekannt. Nach 1945 arbeitete sie erneut auf kommunalpolitischer Ebene, in der 'Sozialkommission' der Stadt Halle. Sie wurde SED-Mitglied. Aloisa Pleul starb am 28. August 1974, hoch geehrt als "bewährte Genossin".

 

Quelle:
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 53-55
- Stadtarchiv Halle: Sterbeurkunde Nr. 551/1957 (Paul Pleul)
- Adressbuch der Stadt Halle, 1924

Letzte Änderung: 24.09.2025 -
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