Klara Mampel (1888-1972)
Klara Mampel (geb. d'Heureuse) wurde am 19. August 1888 in Bunzlau (Niederschlesien, heutiges Polen) geboren. Sie stammte aus gutbürgerlichem Elternhaus; ihre Mutter förderte ihre Töchter und Klara Mampel wurde am Königlichen Lehrerinnenseminar in Berlin ausgebildet, wo sie für wenige Jahre diesen Beruf ausübte. 1912 heiratete sie dort den studierten Landwirt Wilhelm Mampel und zog mit ihm nach Halle, wo er als Direktor eines Montanwerks tätig war. Das Ehepaar bekam fünf Kinder. Die Familie wohnte in der Richard-Wagner-Straße 33.
Klara Mampel war wie ihr Ehemann Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Sie war in Halle im DNVP-Parteivorstand und Frauenausschuss tätig. Sie kandidierte erstmalig zur Wahl am 27. April 1919 auf dem 11. Listenplatz, erhielt jedoch kein Direktmandat. Im März 1920 rückte sie in die Stadtverordnetenversammlung nach. Bei den Wahlen 1924, 1929 und 1933 wurde sie direkt gewählt. Sie war eine der Frauen, die die längste Mandatszeiten im Hallischen Stadtparlament innehatten.
Klara Mampel war eine der prägenden Kommunalpolitikerinnen im Hallischen Stadtparlament der Weimarer Republik. Es sind zahlreiche Wortmeldungen, Anträge und Berichterstattungen überliefert. Sie setzte sich unter anderem für die Schaffung einer Volksfrauenschule, Rentner:innen und Kriegswitwen ein. Sie war in diversen Ausschüssen und Deputationen tätig, darunter im Schulausschuss und für das Jugendamt. Für die DNVP trat sie häufig als Rednerin auf. Im Wahlkampf 1929 sprach sie sich dafür aus, dass Frauen in allen Feldern der Kommunalpolitik eingebunden werden sollten, nicht nur im Bereich von Gesundheit, Fürsorge und Mädchenbildung.
Außerhalb ihres Stadtverordnetenmandats war Klara Mampel in mehreren Frauenvereinen aus dem bürgerlich-konservativen bis rechtsnationalen Spektrum engagiert: im Hallischen Hausfrauenbund, Vaterländischen Frauenverein und im Bund Königin Luise. Während der Zeit des Nationalsozialismus zog sie sich ins Private zurück. 1945 wurde sie angesprochen, um erneut kommunalpolitisch tätig zu werden, was sie ablehnte. Klara Mampel starb am 22. November 1972 in Halle.
Quelle:
- Courage e.V. Halle (Hg.): "Der Staat ist, was seine Frauen sind". Hallenser Parlamentarierinnen in der Zeit der Weimarer Republik (1918–1933), Halle/Saale 2003, S. 48-53
