Charlotte Gille (1884-1968)
Charlotte Gille wurde am 15. Juni 1884 in Hecklingen geboren. Die unverheiratete Lehrerin wohnte in der Moltkestraße 8. Charlotte Gille war Mitglied im Anhaltischen Lehrerinnenverein, der dem Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenverein angeschlossen war. Dieser setzte sich für die bessere Bezahlung und soziale Absicherung von Lehrerinnen ein. Darüber hinaus war der Verein Teil der progressiv ausgerichteten bürgerlichen Frauen(bildungs)bewegung und viele bekannte Frauenrechtlerinnen waren in ihm aktiv.
Charlotte Gille kandidierte erstmalig 1924 für die Bernburger Stadtverordnetenversammlung. Sie stand auf der bürgerlich-nationalistischen "Liste Volksgemeinschaft" auf Platz 11 und zog ins Stadtparlament ein. 1927 wurde sie für die Wirtschaftliche Gemeinschaftsliste (Platz 4) erneut gewählt. Als Stadtverordnete war Charlotte Gille in mehreren Gremien tätig: In der Kommission der Volksbücherei, in der Schlachthof-Deputation, im Ausschuss für Wohnungsaufwandsteuer, im Schulvorstand der kaufmännischen Fachschule und im Ausschuss für Jugendwohlfahrt. 1931 kandidierte sie erfolglos auf dem vierten Platz der "Nationalen Liste". Sie blieb jedoch im Schulvorstand und im Ausschuss für Jugendwohlfahrt tätig.
Weiteres ist über Charlotte Gille nicht bekannt. Sie starb am 18. Februar 1968 in Bernburg.
Quellen:
- Stadtarchiv Bernburg: 06-1285 Wahlen Kreistag und Gemeinderat 1921–1929; 06-1273 Stadtverordneten- und Kreistagsabgeordneten-Wahl Oktober 1931; Sterberegister 1968-0145
- Landesarchiv Sachsen-Anhalt: LASA Dessau P 410, Nr. 1 Mitgliederlisten des Anhaltischen Lehrerinnenvereins, 1926-1931
